Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners

Klassikerperlen der Zukunft – Maserati MC20

Bruno von Rotz
28.06.2022

Maserati MC20 (© Maserati/Werk)

Erinnern Sie sich an den Maserati MC12? Dies war der letzte Supersportwagen von Maserati, der zwischen 2004 und 2005 als Ableger des Ferrari Enzo in wahrlich homöopathischen Dosen gebaut worden war, um in FIA-GT1-Meisterschaften mitzufahren. Es gab einige Strassenversionen (Corsa), aber allzu oft dürfte man diese nicht auf öffentlichen Strassen gesehen haben.

Ein paar Jahre später machte sich Maserati erneut an die Entwicklung eines Supersportwagens, der schliesslich im September 2020 als MC20 vorgestellt wurde.

Maserati MC20 von oben (© Maserati/Werk)

Der MC20 bricht mit dem Rest des Maserati-Angebots, das eher dem Granturismo- und Luxus-Fahrer dienlich sein soll. Der MC20 ist ein relativ puristischer Mittelmotorsportwagen ohne Hybridtechnik und allzu grosse Konzessionen an den Alltagseinsatz. Dafür verfügt er über eine Kohlenstoff-Monocoque-Konstruktion und über Aufhängungen, die auch Rennwagen gut zu Gesicht stehen.

Heckansicht des Maserati MC20 (© Maserati/Werk)

Mit einer Länge von 4,67 und einer Breite von 1,97 Metern ist er nicht überaus kompakt, immerhin aber konnte das Gewicht bei rund 1500 kg gehalten werden.

Cockpit des Maserati MC20 (© Maserati/Werk)

Der Motor lehnt sich an Konstruktionen von Alfa Romeo und Ferrari an und verfügt über sechs Zylinder, die im 90-Grad-Winkel angeordnet sind. Mit zwei Turboladern leistet der 2991 cm3 grosse V6 satte 630 PS bei 7500 Umdrehungen und das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe muss mit maximal 730 Nm Drehmoment, welches zwischen 3000 und 5500 Umdrehungen anfällt, fertig werden.

Allradantrieb? Fehlanzeige. Hintersitze? Nein. Cabriolet-Version? Jawohl, wird sich Cielo nennen und kommt ein bisschen schwerer und ineffizienter daher. Elektrovariante? Offenbar im Projektstadium. Erschwinglich? Na ja, EUR 210’000 und ein paar Zerquetschte je nach MWSt.-Situation und Extras sind kein Pappenstiel. Im Vergleich zu Ferrari-Alternativen allerdings kommt der Maserati MC20 wie ein Sonderangebot daher und selbst bei Porsche sind ähnliche Fahrleistungen (0-100 km/h in ca. 2,9 Sekunden, Spitzengeschwindigkeit über 325 km/h) kaum günstiger zu haben. Ein Lotus Emira, dem der Maserati je nach Blickwinkel durchaus ähnlich sieht, kostet allerdings weniger als die Hälfte, geht aber auch nicht so dynamisch ans Werk.

Reicht dies, um den Maserati MC20 zur Klassikerperle der Zukunft zu machen? Wenn man Chris Harris zuhört in der neuesten Folge von Top Gear, dann haben die Maserati-Ingenieure offenbar manches richtig gemacht. Auf trockener Strecke erreichte der Mittelmotorsportwagen jedenfalls Hypercar-Zeiten, bei Nässe allerdings war der nur über die Hinterräder angetriebene Wagen eher durchschnittlich. Trotzdem bezeichnete ihn Harris als einer der wirklich aussergewöhnlichen Sportwagen und bezüglich Handlichkeit den meisten anderen überlegen. Schnell sei er sowieso und dazu noch nicht einmal zu teuer. Er mache sich eher darüber Sorgen, wie lange ihn Maserati wohl bauen würde angesichts stetig aufkeimender finanzieller Probleme …

Frontansicht des Maserati MC20 (© Maserati/Werk)

Für den echten “Petrolhead” jedenfalls scheint der Maserati MC20 eine echte Alternative zu sein und vielleicht ist gerade dieser Sportwagen einer der letzten echten Sportwagen mit Verbrennungsmotor, an denen man in 10, 20 oder 30 Jahren einfach nicht vorbeikommen wird? Eine “Klassikerperlen”-Auszeichnung gestehen wir dem MC20 daher schon einmal zu und nun warten wir darauf, dass wir auch selber einen fahren dürften …

P.S. Weitere Klassikerperlen gibt's auf dem seit langem geführten Themenkanal zu entdecken.

Bild Kooperations-Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebote unserer Partner
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Bild Kooperations-Partner
Angebot eines Partners
Loading...
Oha! Kostenlos Texte und Fotos sehen?
Zwischengas auf allen Geräten
Einfach hier anmelden:
Neu hier?
1x kostenlos registrieren und dauerhaft Inhalte freischalten!