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Stars in der Manege – Oder: zu früh gefreut

Paul Krüger, Fotos: Kai Gattermann
03.06.2022

Das "BMW M Race of Legends" auf dem Nürburgring (© Kai Gattermann)

BMW feiert 50 Jahre Motorsport GmbH – ausgiebig und überall. Dagegen ist nichts einzuwenden, schliesslich hat der Ritterschlag durch den 13. Buchstaben des Alphabets einige der begehrenswertesten BMW-Modelle der Vergangenheit hervorgebracht. Auch im Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring fand eine kleine Geburtstagsfeier statt, deren Höhepunkt das "BMW M Race of Legends" war. Oder vielmehr: sein sollte. Denn all jene, die anhand des Namens im Renntempo bewegte Museumsstücke oder andere Berühmtheiten in Automobilform erwartet hatten, wurden bitter enttäuscht. Statt 3.0 CSL, M3, M1 und "Eifelblitz" kurvten zwölf nagelneue BMW M2 CS um den Kurs, von denen jeder von einem mindestens 50-jährigen Rennfahrer mit unterschiedlich starkem BMW-Bezug pilotiert wurde.

Dirk Adorf, Arturo Merzario, Jochen Mass und Johnny Cecotto beim "BMW M Race of Legends" (© Kai Gattermann)

Die Parade erinnerte ein wenig an das Eröffnungsrennen der Grand-Prix-Strecke am 12. Mai 1984, bei dem 20 damalige Weltklasse-Rennfahrer in (abgesehen von Lackfarbe und Startnummer) identischen Mercedes-Benz 190E 2.3-16 die Sau rausliessen. Das wird wohl kaum die Absicht der Bayern gewesen sein. Aber immerhin würdigten die Geburtstags-M2 laut Pressetext "mit einem ikonischen BMW-M-Rennsportdesign aus den 1970er-Jahren die Rennsportgeschichte der BMW M GmbH". Realisten sahen einfach M-farbige Streifen auf einer weissen Karosserie. Ja, so sah einer der Gruppe-5-Dreier aus den Siebzigern auch aus – und zwar in seiner langweiligsten Form. Wäre es wirklich zu viel Aufwand gewesen, für einen so gross zelebriertes Jubiläum einer so berühmten Marke jedes Auto in einer anderen historischen Optik zu folieren, wenn man schon die echten Rennwagen nicht in die Manege holt? Es scheint, als reiche das Interesse an der eigenen Historie nur so weit, wie man es für Werbezwecke und den Verkauf neuer Autos verwenden kann.

Das "BMW M Race of Legends" auf dem Nürburgring (© Kai Gattermann)

Immerhin fuhren Dirk Adorf, Bill Auberlen, Johnny Cecotto, Eddie Cheever, Harald Grohs, Olaf Manthey, Jochen Mass, Arturo Merzario, Steve Soper, Prinz Leopold von Bayern und Eric van de Poele in den 30 Minuten, in denen die Strecke ihnen gehörte, auch wirklich ein Rennen und bummelten nicht fahrzeugschonend umher. Auch M-Geschäftsführer Franciscus van Meel liess es sich nicht nehmen, im Feld der Altmeister mitzumischen. Einige andere berühmte BMW-Fahrer fehlten allerdings. So war Dieter Quester, der Zeit seiner Motorsport-Karriere fast ausschliesslich bayrische Erzeugnisse gefahren ist, leider nicht dabei. Vielleicht hatten die Organisatoren zu viel Angst, er würde wieder auf dem Dach über die Ziellinie rutschen. Das hätte zwar den schönen neuen M2 demoliert – aber deutlich mehr an wilde alte Zeiten erinnert als die Lackierung.

Das "BMW M Race of Legends" auf dem Nürburgring (© Kai Gattermann)

Wir danken Kai Gattermann für die Fotos vom BMW-M-Rennen.

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