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AMC Spirit AMX - starker Auftritt

Erstellt am 15. Mai 2019
, Leselänge 6min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
RM/Sotheby's 
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Archiv 
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AMC Spirit AMX (1979) - das Kürzel "AMX" ist legendär
AMC Spirit AMX (1979) - breite Heckleuchten lassen den Wagen noch breiter erscheinen
AMC Spirit AMX (1979) - kompakt für amerikanische Verhältnisse - keine 4,3 Meter lang
AMC Spirit AMX (1979) - der Heckspoiler und die AMX-Kleber waren Serienausstattung
AMC Spirit AMX (1979) - breiter Einstieg
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Der American Motors Corporation ging es im Jahr 1978 nicht besonders gut. Die Energiekrise hatte dem Hersteller zugesetzt und Geld für komplette Neuentwicklungen war keines da. So entstanden neue Modelle meist durch Kombination bewährter Technik und Fahrzeugteile, mit relativ geringen Designkorrekturen.

Der Gremlin, hergestellt zwischen 1970 und 1978, lieferte die Basis für den Spirit, der sowohl als Schrägheck-Limousine als auch als Liftback-Coupé ab Modelljahr 1979 angeboten wurde.

Bild AMC Spirit AMX (1979) - mit kräftigen Kotflügelverbreiterungen und Spoilerwerk
AMC Spirit AMX (1979) - mit kräftigen Kotflügelverbreiterungen und Spoilerwerk

Kompakt

Für amerikanische Verhältnisse war der im August 1978 vorgestellte Spirit ausserordentlich knapp. Der Radstand betrug 244 cm, die Limousine mass 424 cm in der Länge, das Coupé 428 cm. Mit 182,5 cm Breite und 131 cm Höhe ergab sich eine sportliche Statur.

Bild AMC Spirit AMX (1979) - kompakt für amerikanische Verhältnisse - keine 4,3 Meter lang
AMC Spirit AMX (1979) - kompakt für amerikanische Verhältnisse - keine 4,3 Meter lang

Besonders das Coupé mit Fliessheck war optisch gut gelungen. Die Automobil Revue schrieb bei der ersten Ankündigung:
“Dieser Spirit wird in der herkömmlichen Steilheckausführung angeboten, neu kommt nun auch ein elegantes Fliessheckcoupé mit Klappe hinzu, das auf Wunsch als AMX – ebenfalls eine traditionelle AMC-Bezeichnung – mit allerlei sportlichen Attributen, wie Spoiler, breiten Radläufen und Niederquerschnittsreifen, aufwartet.”

Preisgünstig

Wenige Monate später wurden die Modelle dann auch in Europa eingeführt. Die Automobil Revue erklärte im Dezember 1978:
“Die Stars des Modellangebots 79 von AMC heissen Spirit und AMX, zwei in Technik und Karosserie weitgehend identische Coupés mit Fliessheck und grosser Klappe. Von diesen Zwillingsmodellen wird je eine Version in die Schweiz importiert. Beide verfügen über V8-Motoren mit 4981 cm Inhalt und einer Höchstleistung von 125 HP SAE netto, entsprechend 131 DIN-PS. Zur Serienausrüstung gehören unter anderem Automat, Servolenkung, Servobremsen mit Scheiben vorn, Differentialbremse, Kurvenstabilisatoren vorn und hinten sowie Halogenscheinwerfer.
Der Spirit besitzt vorn Einzelsitze mit integrierten Kopfstützen und Stoffpolster, Mittelarmlehne, verstellbares Sportlenkrad, getönte Scheiben, Scheibenwischer mit Intervallschaltung, Heckscheibenheizung und Tempokonstanthalter.
Die Lehne der hinteren Sitzbank ist in zwei Teilen abklappbar, wodurch sich der Kofferraum bei Bedarf in zwei Stufen vergrössern lässt. Das Spirit Coupé Liftback kostet mit dieser Ausrüstung Fr. 17’900.-.
Der AMX kostet Fr. 21’900.- und bietet zusätzlich Leichtmetallfelgen mit breiten Radialreifen der Dimension ER 60x14, sportliche Front- und Heckspoiler sowie eine zugleich ausgefallene und attraktive «Kriegsbemalung».”

Zum Vergleich kostete ein Alfa Romeo GTV CHF 21’490, ein BMW 630 CS CHF 42’340, ein Ford Capri 2300 V6 Ghia CHF 18770 und ein Lancia Beta 2000 Coupé CHF 20’350. Keiner dieser Konkurrenten konnte acht Zylinder und derartig fette Reifen bieten und auch die serienmässige Ausrüstung dieser Europäer war deutlich weniger umfangreich.

Bild AMC Spirit DL (1979) - Werbung - lass dich vom Geist (Spirit) bewegen
AMC Spirit DL (1979) - Werbung - lass dich vom Geist (Spirit) bewegen
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Porsche 911 2.4 S (1973)
Porsche 911 2.4 S (1973)
Porsche 911 2.4S Targa (1973)
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Porsche 911 2.2 T Coupe (1971)
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Porsche 911 2.4 T Targa (1973)
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Schlieren, Schweiz

Europäische Gene

Die Basismotorisierung des Spirit war ein Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum, den AMC von Volkswagen (LT) übernommen hatte, aber in den USA selber herstellte. In ähnlicher Form wurde dieser Motor auch im Porsche 924 verbaut. Allerdings wurde dieser Motor bereits 1980 zugunsten eines grösseren Vierzylinders von Pontiac fallengelassen, um mehr Drehmoment (und vermutlich tiefere Kosten) zu erzielen.

Spirit als Zukunftsvorbote

Für Forschungszwecke wurde im AMC Spirit auch ein Stirling-Motor eingebaut, der aufgrund seiner Konstruktion hohe Treibstoffeinsparungen versprach. Die Versuche verliefen allerdings im Sande, weil die Verbrauchsvorteile weniger gross als erwartet waren und die Viertraktmotoren schnell Fortschritte machten. Man erkannte damals, dass sich der Stirling-Motor vermutlich eher als “Range Extender” für ein Elektroauto eignen würde als für den Hauptantrieb.

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AMX als Muscle Car

Während Ford in den Mustang (Generation “Fox”) hauptsächlich Vier- und Sechszylindermotoren verbaute, bot der fünf Liter grosse V8 im Modell “AMX” noch richtiges Muscle-Car-Gefühl. Zwar waren die die Leistungswerte mit 127 PS bei 3200 Umdrehungen und 298 Nm bei 2400 U/min nicht gerade berauschend, aber mit knapp über 1400 kg (59 kg mehr als der Sechszylinder) hatte er auch nicht allzu viel Gewicht zu bewegen.

Bild AMC Spirit AMX (1979) - der Heckspoiler und die AMX-Kleber waren Serienausstattung
AMC Spirit AMX (1979) - der Heckspoiler und die AMX-Kleber waren Serienausstattung

AMC versprach eine Höchstgeschwindigkeit von 160 bis 170 km/h, etwa 13 Sekunden vergingen für den amerikanischen Standardsprint von 0 bis 60 Meilen pro Stunde.

In den USA gab es den V8-Motor auch mit einem handgeschalteten Vierganggetriebe, zudem sorgte ein speziell gefertigter Sportauspuff für eine deutlich attraktivere Tonkulisse.

Bild AMC Spirit AMX (1979) - fünf Liter Hubraum, acht Zylinder in V-Form
AMC Spirit AMX (1979) - fünf Liter Hubraum, acht Zylinder in V-Form

Allerdings konnte man den AMX nur im Modelljahr 1979 mit dem V8-Motor kaufen, danach musste man sich mit einem Reihensechszylinder mit 4,2 Litern Hubraum und 110 PS Leistung begnügen.

Auf zum Nürburgring

Das amerikanische Team Highball meldete, unterstützt durch die Reifenfirma B.F. Goodrich, zwei AMC AMX für das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring des Jahres 1979 an. Gefahren wurden die beiden seriennahen Tourenwagen durch Amos Johnson, Dennis Shaw, Jim Downing, James Brolin, Lyn St. James und Gary Witzenburg. Die beiden Wagen traten in leicht unterschiedlicher Konfiguration an, wiesen aber sicherlich mehr Leistung als die Serienversion auf. Praktischerweise war der AMX schon früh FIA-zertifiziert worden.

Als Besonderheit mussten die beiden Spirits (wegen dem Sponsor) mit B.F.Goodrich-Strassenreifen fahren, kein geringer Nachteil im Vergleich zu den Slicks, welche die Konkurrenz aufziehen konnte.

AMC AMX auf dem Nürburgring 1979

Damals wurde auf dem Nürburgring mit Gruppe-1- und Gruppe-2-Autos gefahren, das Fahrzeugfeld von rund 120 Autos setzte sich vornehmlich aus Autos wie dem Ford Escort oder dem VW Polo zusammen. Gegen diese Fahrzeuge hatten die AMCs auf der Geraden durchaus Vorteile, in den Kurven aber wurden sie von den leichteren Wagen wieder bedrängt.

Im Training landeten die beiden AMX auf den Plätzen 20 und 21. Dazu muss gesagt werden, dass die Fahrer den Nürburgring noch gar nicht kannten und dieses Manko unter anderem dank der Hilfe eines einarmigen Nürburgring-Cracks Heinz Hennerici, der die Piloten in seinem BMW 320 vorgängig um den Ring chauffierte und dabei gleichzeitig mit einer Hand lenkte, schaltete und gestikulierte, kompensierten.

AMC AMX auf dem Nürburgring 1979

Im Rennen lief es dann für die beiden AMC weniger rund. Neben Kupplungsproblemen stellten sich Schwierigkeiten mit den Bremsen und den Dämpfern ein, was die beiden Teams doch einigermassen einbremste. Trotzdem hielten sie durch und kamen auf den Plätzen 25 und 43 ins Ziel, notabene als Klassensieger (in einer vermutlich nicht allzu stark besetzten Gruppe).

Gewonnen hat das Rennen 1979 übrigens das Team Kummle/Maurer/Vogt auf einem Ford Escort RS 2000.

Dem AMC-Einsatz wurde ein kurzer Film mit dem Titel “The Ultimate Challenge” gewidmet, der sicherlich sehenswert ist.

Kurze Karriere

Für den AMX war bereits 1980 Schluss, den normalen Spirit gab es noch bis 1983. Etwa 176’000 Exemplare sollen insgesamt entstanden sein, 3657 davon trugen die auffällige AMX-Bemalung. Allzu viele dieser Fahrzeuge dürften hierzulande nicht überlebt haben.

Bild AMC Spirit AMX (1979) - sportlich aussehendes Cockpit
AMC Spirit AMX (1979) - sportlich aussehendes Cockpit

RM/Sotheby’s wird am anlässlich der Auburn Spring Auction am 31. Mai 2019 einen AMC AMX von 1979 mit dem V8-Motor und weniger als 10’000 Meilen auf dem Tacho versteigern. Als Schätzwert sind USD 6000 bis 10’000 angegeben, der Wagen wird ohne Mindestpreis angeboten.

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Bild AMC Spirit AMX (1979) - breite Heckleuchten lassen den Wagen noch breiter erscheinen
Bild AMC Spirit AMX (1979) - mit kräftigen Kotflügelverbreiterungen und Spoilerwerk
Bild AMC Spirit AMX (1979) - kompakt für amerikanische Verhältnisse - keine 4,3 Meter lang
Bild AMC Spirit AMX (1979) - der Heckspoiler und die AMX-Kleber waren Serienausstattung
Bild AMC Spirit AMX (1979) - breiter Einstieg
Bild AMC Spirit AMX (1979) - sportlich aussehendes Cockpit
Bild AMC Spirit AMX (1979) - nicht unbedingt Schalensitze
Bild AMC Spirit AMX (1979) - Sportlenkrad mit Lederbezug
Bild AMC Spirit AMX (1979) - Drehzahlmesser bis 7000 Umdrehungen, rot ab knapp 5000
Bild AMC Spirit AMX (1979) - viele AMX wurden mit 3-Gang-Automatik ausgeliefert
Bild AMC Spirit AMX (1979) - umfangreich instrumentiert
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