Technische Komplexität im Wandel der Zeit
Mitte der Neunzigerjahre kaufte ich mir einen TVR Griffith 500 als Neuwagen, gerade als das britische Pfund günstig war. Zwei Jahre später konnte ich den knapp 10’000 km gelaufenen Wagen wieder fast zum selben Preis verkaufen, den ich ursprünglich bezahlt hatte. Ich nutzte diese Chance, denn irgendwie hatte ich damals das Gefühl, dass sich die verbaute moderne Technik in Zukunft gar nicht so einfach unterhalten lassen würde und dass der Griffith mit seiner Wegfahrsperre, der Alarmanlage und der elektronischen Motorsteuerung doch schon ein ziemlich komplexes Auto sei.
Heute, 25 Jahre später, muss ich über die damalige Einschätzung doch ein wenig schmunzeln. Die Autos der Neunzigerjahre gelten im Vergleich zu jenen, die 20 oder mehr Jahre später entstanden, als relativ simpel und noch beherrschbar. Da gab’s noch einen CAN-Bus, kaum vernetzte Sensoren und keine Heerschar von Computern, die miteinander kommunizieren können mussten, damit das Auto fuhr.
Natürlich kann das Steuergerät eines so Griffith schlappmachen und angesichts des Drahtwirrwarrs, das zu diesem Datenprozessor führt, könnte einem schon Angst und Bange werden, aber im Vergleich zu dem, was heute in einem Auto stattfindet, war alles noch ziemlich übersichtlich. So ändert sich eben auch unsere Einschätzung der technischen Komplexität.


























