Villa d’Este in der Villa d’Este
Alle Jahre wieder, meist im Juni, findet eine erlauchte kleine Gemeinschaft den Weg in die herrliche, opulente Hotelanlage an den Gestaden des Comersees in Cernobbio – in die Villa d’Este. Geschichtsträchtig ist dieser Ort sowieso: Elizabeth Taylor, Frank Sinatra und Ari Onassis gaben sich die Türklinken in die Hand. Könige und Königinnen von Belgien, Holland und Norwegen stiegen dort ab, ebenso wie Woody Allen, Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones, die Modemacher Donna Karan, Calvin Klein und Ralph Lauren. Ab und zu schlürft ein smarter Kerl an der Canova-Bar wie in der Fernsehwerbung seinen Espresso (oder ist es ein Martini – geschüttelt, nicht gerührt): George Clooney, der eben mal aus seiner Nachbarliegenschaft, der Villa Oleandra in Laglio, einem Palazzo aus dem 18. Jahrhundert, rüberkommt. Angeblich logierte in früheren Zeiten auch Graham Hill während des Italien-Grand-Prix in der Villa d’Este.
Die erlauchte Gesellschaft ist eine bewegte Gesellschaft – dies in der schönsten Form, die man sich vorstellen kann und dies im wahrsten Sinne des Wortes: Es sind heutige Besitzer (man beachte das generische Maskulinum) eines Alfa Romeo 6C 2500 «Villa d’Este». Und es sind nicht viele, die sich so nennen dürfen! Ab 1949 entstanden rund 32 Coupés, bekannt sind heute weltweit noch 23 Modelle, entworfen vom Carrozzeria-Touring-Mitarbeiter Federico Formenti. Für die Präsentation des hinreissend designten Alfa-Romeo-Modelles wählte Touring-Besitzer Carlo Felice Bianchi Anderloni die Hotel-Anlage der «Villa d’Este» mit ihrem «Concorso d’Eleganza» aus. Als Sieger, dekoriert mit der «Coppa d’Oro», durfte der Alfa Romeo fortan das Gütesiegel «Villa d’Este» in seiner Modellbezeichnung tragen.
Die Präsentation war ein Donnerschlag. Das «who is who» der damaligen «haute volée» riss sich um dieses Autos. Fürst Rainier von Monaco sicherte sich eine «Villa d’Este» ebenso wie die Schauspielerin Rita Hayworth oder die Präsidenten-Gattin Eva Peron.
Um was geht es nun beim „Villa d`Este Style – One Car, One Event“, der am zweiten Samstag im Juni 2021 bereits zum 10. Mal ausgetragen wurde? „Das Konzept dieses Anlasses ist eigentlich sehr einfach, es gibt weder ein festes Programm noch eine Preisverleihungen», erklärt Macro Makaus und fährt weiter: «Wichtig ist es, präsent zu sein und den grandiosen Blick auf diese besonderen Fahrzeuge und die unglaubliche Umgebung zu geniessen».
Nun denn, schliesslich fanden fünf Villa d’Este-Modelle, einige Touring-SS-Coupés und Pininfarina-Cabriolets plus ein Touring-Mille-Miglia den Weg ans Ufer des Comersees. Die autophile Gesellschaft parlierte fachmännisch vor den Autos, schaute sich Details an, begab sich zu einem Mittagslunch, der unter alten Bäumen serviert wurde und kehrte anschliessend nach Hause zurück, mit der festen Absicht, auch im nächsten Jahr wieder zu kommen.

































