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Was haben ein Stuhl, ein Hochhaus und ein Auto miteinander zu tun?

Bruno von Rotz
05.09.2018

Das Auto von Gio Ponti wird an der Grand Basel enthüllt

Gio Ponti war ein Architekt, ihm sind unter anderen der berühmte Pirelli-Büroturm in Mailand, aber auch Möbel (z.B. ein Stuhl) und Entwürfe zu einem Automobil zu verdanken.

Das Pirelli-Hochhaus in Mailand

Er war nicht der einzige Architekt, der sich mit dem Design von Autos beschäftigte und wie etwa bei Corbusier reisst einen das Ergebnis aus ästhetischer Sicht nicht vom Hocker.

Ein Stuhl von Gio Ponti

Das oben abgebildete Auto entstand in Form von Entwürfe, Zeichnungen und Notizen in den frühen Fünfzigerjahren. Als sich Ponti der Frage stellte, wie sollte das ideale Personenfahrzeug aussehen, setzte er den Nutzer ins Zentrum, heutzutage würden wir von “user centric design” sprechen, zumindest in Informatikkreisen. Die Autos damals hatten viele Schwächen, die Ponti ausmerzen wollte. Man konnte oft nicht gut einsteigen, die Sitze waren unbequem und passten sich dem Körper und der Haltung nicht an, man sah schlecht nach draussen, der Kofferraum war nicht gut nutzbar, das Cockpit unübersichtlich. Ponti wollte all dies verbessern. Grosse Fensterflächen und eine tiefliegende Motorhaube sollten die Sicht nach draussen verbessern, ein Schrägheck die Beladbarkeit optimieren. Ponti hatte Hunderte von Ideen, aber es blieb bei Zeichnungen und einem kleinen Modell. Die Autohersteller zeigten 1953 wenig Interesse an den Ansätzen Pontis, das Projekt und die "Linea Diamante" ging vergessen

Linea Diamante Fahrzeug von Gio Ponti

Jetzt aber kann das Ergebnis der Überlegungen in einem 1:1-Modell zusammengefasst (auf dem Radstand des Alfa Romeo 1900) erstmals bewundert werden. An der Grand Basel wurde gestern (am 4. September 2018) das von FCA (Fiat/Chrysler) angefertigte Modell enthüllt.

Linea Diamante Auto von Gio Ponti von hinten

Zwar steht man da nicht vor dem schönsten Auto aller Zeiten, aber man muss anerkennend sagen, dass manche Idee in den folgenden Jahrzehnten verwirklicht wurde. So kann man etwa beim Renault R16 verwandte Züge entdecken, aber auch bei vielen anderen Autos der Sechziger- und Siebzigerjahre.

Die Grand Basel ist vom Donnerstag bis Sonntag für das Publikum geöffnet. Ein umfangreicher Bericht folgt.

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