Zum Start der 24 Stunden von Le Mans ...

Daniel Reinhard
13.06.2015

Jo Siffert in Le Mans im Jahr 1972

Heute wird zum 83. Mal seit 1923 zum traditionellen 24 Stunden Rennen in Le Mans gestartet. Kein anderes Rennen der Welt kann eine derartige Tradition aufweisen wie dieses 24 Stunden Spektakel in der Sartre. Egal ob Siffert (Bild oben) oder Müller, Brun oder Haldi, die Schweizer waren schon immer stark vertreten.

Drei Schweizer 2015 in Le Mans - Jani, Fässler und Buemi (© Daniel Reinhard)

Sieger jedoch gibt es nur einen einzigen: Marcel Fässler konnte diesen Klassiker dafür gleich dreimal für sich entscheiden und geht auch in diesem Jahr wieder als ganz grosser Favorit ins Rennen.

Marcel Fässler fährt auch 2015 den Audi (© Daniel Reinhard)s

Nur diesmal wird er von zwei weiteren sehr schnellen Schweizern gejagt werden. Der Porsche von Neel Jani wird vermutlich der Schnellste überhaupt sein und eine ganz grosse Rolle um den Sieg spielen, zumindest deutet seine Pole Position in diese Richtung.

Neel Jani steht 2015 mit dem Porsche auf der Pole Position (© Daniel Reinhard)

Der Toyota von Weltmeister Sebastien Buemi scheint im Moment der Langsamste der drei zu sein, aber in puncto Zuverlässigkeit mit Sicherheit nicht der Schwächste.

Sebastian Buemi könnte im Toyota das Zünglein an der Waage spielen (© Daniel Reinhard)

Beim bisherigen Saisonhöhepunkt von Silverstone, als sich der siegreiche Audi von Marcel Fässler mit dem zweitplatzierten Porsche von Neel Jani einen rundenlangen Zweikampf lieferten, trennten die beiden am Ende der 6 Stunden nur gerade mal um 4,61 Sekunden. Man kann wirklich nur gespannt sein, wie sich der Rennklassiker in der Sarthe entwickelt. Die Voraussetzungen für ein Rennen der absoluten Extraklasse, welches alle anderen Veranstaltungen dieses Jahres in den Schatten stellen könnte, sind gegeben. 

Waren früher die Langstreckenrennen hauptsächlich vom Durchhalten geprägt, so sind sie heute zur reinen Sprintangelegenheit geworden. Zeit kann praktisch nur noch beim Überholen gewonnen werden. Bei allen drei Spitzenteams gleichen Rundenzeiten und Boxenstopps wie ein Ei dem anderen. Wird keiner der drei von technischen Problemen geplagt, so werden sich die drei Spitzenteams - Porsche, Audi, Toyota - wohl bis aufs Messer bekämpfen.

Es gab schon früher ein paar sehr enge Zielankünfte, wie zum Beispiel 1966 die beiden Ford GT 40, die fast parallel über die Ziellinie fuhren. Alle vier Piloten waren damals der Meinung. das Rennen gewonnen zu haben, aber der ACO erklärte Bruce McLaren und Chris Amon zur Siegermannschaft vor Ken Miles und Dennis Hulme. Es war der knappste Le Mans Zieleinlauf bis heute. Beide Fahrzeuge hatten mit 210,795 km/h dieselbe Durchschnittsgeschwindigkeit erzielt und am Ende entschieden knappe 20 Meter über Sieg und Niederlage.

1969 scheiterte der Porsche 908 Langheck von Hermann/Larrousse am Ford GT40 von Ickx/Oliver. Nach dem letzten Stopp der beiden Fahrzeuge entwickelte sich eines der spannendsten Le-Mans Finale der Geschichte, vergleichbar nur noch mit dem Duell von Tazio Nuvolari und Luigi Chinetti aus dem Jahre 1933. Der 908 war auf der Geraden schneller als der GT40, welcher wiederum in den kurvigen Passagen im Vorteil war - genauso wie heute der Porsche 919 Hybrid und der Audi R18 e-Tron! So wiederholte sich fast jede Runde dasselbe Spiel: Hans Hermann überholte den Ford auf der langen Mulsanne-Geraden, aber Ickx konterte in den Kurven vor Start und Ziel. Als knapp vor 14 Uhr Ickx den Porsche vor der Ford-Schikane ausbremste, schien das Rennen entschieden. Aber Charles Deutsch bedeutete den beiden Piloten auf der Ziellinie mit hochgestrecktem Finger, dass noch eine Runde zu fahren sei, weil die volle Distanz von 24 Stunden noch nicht erreicht war. Während die hinter den beiden Führenden liegenden Fahrzeuge bereits abgewinkt wurden, fuhren Ickx und Herrmann noch einmal die Hunaudières-Gerade hinunter. Diesmal gelang es dem Porsche-Piloten nicht, Ickx zu überholen, der einen 100 Meter Vorsprung ins Ziel rettete. Herrmann spielte die gesamte letzte Runde mit dem Gedanken in der letzten Schikane eine Gewaltsaktion gegen den Ford zu unternehmen, was er dann aber doch unterliess und sich mit dem zweiten Platz begnügte.

Zwischengas wünscht allen Teilnehmern ein unfallfreies Rennen und den drei Schweizern viel Erfolg. Wir drücken euch beide Daumen Jungs!

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