Als man noch nach Gefühl fuhr ...
Es ist noch gar nicht so lange her, da verzögerte man bei einer Dorfeinfahrt automatisch auf ein vernünftiges Tempo und fuhr Kurven nach Gefühl. Da brauchte es keine Geschwindigkeitstafel, man richtete sich einfach nach seiner eigenen Erfahrung und den Umständen. Und man schaute auch nicht ständig auf seinen Tacho, sondern auf die Strasse.
Heute ist dies völlig anders. Ohne Digitaltacho, Tempomat und konstantes Abtasten des Strassenrands nach Verbots- und Hinweistafeln steckt man praktisch schon mit einem Fuss im Gefängnis oder riskiert zumindest namhafte Bussen. Während einem nämlich das Gefühl sagt, dass man zum Beispiel auf einer grossen breiten und übersichtlichen Strasse fährt, sagt die Tafel am Strassenrand, dass Tempo 30 km/h angesagt ist.
Früher gab es deutlich weniger Hinweis- und Verbotsschilder, der Mündigkeit des Autofahrers würde mehr zugetraut. Eine Überwachung fand sporadisch und punktuell statt.
Gut, fairerweise muss gesagt sein, dass die weniger zahlreichen Autos von damals auch weniger schnell waren. Wer wäre schon mit einem Käfer in Gefahr gekommen, auf einer Landstrasse 120 oder mehr zu fahren. Heute fährt selbst ein günstiger Kleinwagen locker 180 km/h und beschleunigt in weniger als 10 Sekunden auf 100 km/h. Aber die Leute, die drinsitzen, haben keine Zeit nachzudenken, denn sie müssen sicherstellen, dass sie alle wohlüberwachten Gesetze einhalten, .... wenn sie nicht gerade SMS schreiben oder Einstellungen am Navigationssystem vornehmen ... (auch diese Ablenkung gab es damals natürlich noch nicht)

























