Nicht jeder Scheunenfund ist eine Goldgrube
Zugegeben, er sass schon von Anfang an etwas versteckt in der hintersten Ecke, musste zwischen glänzendem Blech zuerst entdeckt werden, die Panhard et Levassor X82 Dynamic 160 Berline von 1939. Und dass sie bis zum Schluss der Versteigerung von RM am Place Vauban in Paris (4. Februar 2015) warten musste, bis sie unter den Hammer kam, war auch kein Vorteil.
Dabei hatte alles gut begonnen. Dieser Panhard et Levassor war ein veritabler Scheunenfund, sogar etwas Stroh fand sich in Hohlräumen. Und es handelt sich bei der X82 Dynamic 160 Berline auch um ein seltenes Exemplar, denn es hatte nur 114 von diesen exzentrischen Limousinen, deren erste Versionen sogar mit Mittellenkung ausgerüstet waren, gegeben.
Ein französischer Arzt hatte den Wagen vor dem zweiten Weltkrieg erstanden und durch die Kriegswirren versteckt, so dass er ihn auch in den Vierzigerjahren noch fahren konnte. 1947 ging die aerodynamische Limousine in den Besitz seines Mechanikers über, der ihn sein ganzes Leben lang behielt, bis er 1988 starb. Im Schlummerzustand überstand der Panhard et Levassor viele Jahrzehnte und präsentierte sich nun, gemäss RM als “wundervoll solid” und “als komplettes Exemplar, das ein hervorragendes Restaurierungsprojekt für einen Enthusiasten abgeben würde”.
Der Zahn der Zeit hatte aber auch gar offensichtlich am einst eleganten Fahrzeug genagt und dem Erretter dieser Schönheit dürfte doch einiges an Arbeit bevorstehen.
Dies dachten wohl auch die Anwesenden im noblen Zelt von RM und zuerst wollten nicht einmal 2000 Euro aufgerufen werden. Doch dann ging es in schnellen Schritten bis 10’000 Euro und der Hammer fiel, bei weniger als einem Drittel des mittleren Schätzpreises, der bei Euro 30’000 bis 50’000 vielleicht auch gar etwas ambitioniert festgelegt worden war.
Dass es dem Bieterpublikum bei RM nicht grundsätzlich am Geld und an der Risikofreude fehlte, bewiesen andere Lots, etwa der Maserati Sebring 3700 GT Series II von 1967, geschätzt auf Euro 50’000 bis 80’000, verkauft für üppige Euro 150’000 (vor Komssion/Aufpreisen), notabene auf dreifacher Höhe des unteren Schätzwerts.
Die kompletten Ergebnisse werden wir in den nächsten Tagen publizieren. Und wir werden auch mitverfolgen, wie am Freitag weitere 60 Scheunenfunde bei Artcurial versteigert werden ..
















