Stil- und Haltungsnoten im Rennsport?
Wieso kam nie jemand auf die Idee, im Rennsport Haltungsnoten wie beim Skifliegen oder Eiskunstlaufen einzuführen.
In den Vorkriegs-, aber auch noch später in den Fünfzigerjahren und in den Anfängen der Sechzigerjahren hätte es bestimmt einige heiss umkämpfte Bewerbe gegeben.
Unsere Beispiele stammen vom Bergrennen Klosters-Davos von 1959. Alle Aufnahmen sind in ein und derselben Kurve aufgenommen. Und was da zu sehen ist, bringt uns zum Staunen. Nicht nur die fehlenden Überrollbügel, nein vor allem auch Bekleidung und Sitzpositionen lassen uns grinsen. Und damit sind wir wieder bei den Haltungs- und Stilnoten.
Hinterlässt der Fahrer auf dem ersten Bild (oben) mit dem modischen Sonntags V-Pullover noch einen fast perfekten Eindruck was ihm eine Note von 5,6 einbringt, so wird’s auf Bild zwei schon etwas eng im Cockpit; vielleicht eine 4,5, ...
... was sich beim nächsten Bild mit dem wohlgeformten und durchtrainierten Körper noch verstärkt; eine 4,2.
Der Hammer aber ist das letzte Bild. Mit dem Formel Junior im Sonntagsanzug und schlecht sitzendem Helm driftet der Fahrer voll konzentriert, wohl mit leichter Verspätung, in die Kirche oder ins Ziel. Aber dafür geben wir ihm eine glatte 6,0, weil er uns mit diesem Bild noch heute viel Spass und Freude bereitet.

































