Niki Lauda und der siegreiche Staubsauger
Bei einem Frühstück mit Niki Lauda wird in Bernie`s Catering-Zelt noch schnell der Boden gesaugt. Niki blickt auf den Staubsauger und beginnt zu erzählen: „Diese Dinger erinnern mich immer an ein Auto von mir, den Brabham-Alfa BT 46B. Wir testeten ihn erstmals in Brands Hatch auf dem kleinen Kurs. Er untersteuerte wie wahnsinnig. Absolut unfahrbar, dachte ich. Zurück in der Box empfahl Gordon Murray den Frontflügel steiler zu stellen, um das Untersteuern wegzubekommen. Ich dachte noch, das hält die Karre doch nie aus. Ermano Cuoghi startete das Auto wieder und liess es mit Gasstössen warmlaufen, dabei sah ich, wie sich das Heck bei jedem Gasstoss senkte. Wie ein Saugnapf saugte er sich auf den Asphalt. Beim zweiten ‘Run’ fuhr ich alles einen Gang tiefer und gab beim geringsten Anzeichen von Untersteuern einfach Vollgas und siehe da, der sich dadurch aufbauende Abtrieb liess das Auto am Boden festkrallen und die Kurven wurden zu einer Geraden.“
1978 in Anderstorp, beim einzigen Rennen des „Saugnapfs“, gab es auf Anhieb den ersten, aber leider auch einzigen Sieg. Danach wurde das Auto bekanntlich verboten. Niki dazu: „Bei dem Sieg in Schweden kam mir entgegen, dass Pironi mit einem halb abgeschlagenen Ölkühler die Strecke auf der Ideallinie in Öl tränkte. Ich konnte mit meinem Saugnapf die Gegner neben der Ideallinie, wenn nötig auch aussen herum, überholen. Andretti kämpfte auf der schmierigen Piste wie wild mit seinem Lotus, während ich das Rennen ohne jeglichen Widerstand nach Hause fahren konnte. John Watson, mein Teamkollege, hatte einen Ausrutscher, bei dem sich der „Staubsauger“ mit Sand und Steinen vollsog, wodurch er sich beim Ausstoss des schwedischen Gerölls den Ventilator ruinierte“.
Nikis Begeisterung für das Auto dringt noch heute in seinen Schilderungen durch.
Gordon Murray, von 1973-1985 der verantwortliche Mann für die Fahrzeugkonstruktionen im Brabham-Team von Bernie Ecclestone, orientierte sich damals am Chaparral 2J. Dieser Sportwagen dominierte mit Jackie Stewart am Steuer die CanAm-Serie nach Belieben. Der Wagen hatte im Heck zwei Ventilatoren welche von einem Zweitaktmotor angetrieben wurden und dabei die Luft vom Unterboden saugten und so für Abtrieb sorgten. Dieses Konzept findet sich auch in Murrays Brabham-Alfa BT 46B. Im Heck wurde ebenfalls ein Ventilator montiert, der jedoch über diverse Kupplungen vom 12-Zylinder-Alfa-Boxermotor angetrieben wurde. Je höher der Motor drehte, desto grösser war die Saugkraft des Ventilators. Wie bei den „Wing-Cars“ damals üblich, sorgten auch hier seitliche Schürzen für das Abdichten des Unterbodens, um den Abtrieb nicht wieder zu verlieren.

























