Musikgenuss im Auto und der Schaden an der Originalität
Schon in den Fünfzigerjahren wurde Musik im Auto immer populärer, in den Siebziger- bis Neunzigerjahren gab es eine ungeheure Vielfalt an Anbietern, die mit Radios, Lautsprechern, Zusatzverstärkern und später CD-Wechslern und ähnlichem High Fidelity im fahrenden Automobil versprachen.
Und tatsächlich stieg die Ausgangsleistungen der kleinen Geräte, die Lautsprecher wurden besser und das Tonangebot profitierte. Kein Wunder, wollten viele Autobesitzer nicht auf die modernen Errungenschaften der Elektronik verzichten, schmissen den werkseitig vielleicht eingebauten UKW-Mittelwellen-Empfänger heraus und ersetzten ihn durch ein leistungsstarkes und blinkendes Gerät mit vielen Einstellmöglichkeiten.
Und weil der Ton vor allem im Lautsprecher gemacht wird und man von denen nie genug haben kann, wurden auch die alten Tonerzeuger pensioniert und durch grosse Auf- und Einbaulautsprecher ersetzt oder ergänzt. Da musste dann auch manches Loch in Türverkleidungen oder Hutablagen geschnitten werden und manches Interieur verunstaltet werden. Doch es geschah ja alles im Hinblick auf bestmögliche Tonqualität.
An den zukünftigen Oldtimer-Status des Autos und die mit den Veränderungen verlorene Originalität dachte niemand damals. Auch nicht daran, dass die Löcher in den Verkleidungen unwiderruflich waren und dass man die alte Radio-Gerätschaft wenigstens hätte beiseitelegen können.
Und so wird heute, 20, 30 oder 40 Jahre später, die nachgerüstete Stereoanlage plötzlich zum Problem, wenn der alte Wagen die H-Zulassung oder den Veteranen-Stempel erhalten soll, abgesehen davon, dass die damals so begeistert wahrgenommene Tonqualität den heutigen Massstäben auch nicht mehr genügt. Denn gerade im Bereich Musikwiedergabe ist der in den letzten 30 Jahren gemachte Fortschritt so enorm, dass man das Radio im alten Auto gerne stumm lässt, zumal man inzwischen ja wieder gerne dem urigen Vier- oder Sechszylinder-Sound des Motors zuhört …

























