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Swiss Classic World Luzern 2017: Swiss Classic World 2017

Bernie Ecclestone - die wohl letzte grosse Diktatur nimmt ihr Ende in der Formel 1

Daniel Reinhard - 26.01.2017

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Bernie Ecclestone - wie man ihn kennt (© Daniel Reinhard)

Der grosse Zampano, der kleine Bösewicht, der Drahtzieher oder der grosse Diktator, wie immer Bernie genannt wird, er ist und bleibt auf ewig "Mr Formula One"!

Was er in den letzten 50 Jahren für den Sport getan hat, wird ihm so schnell keiner nachmachen.

Wenn wir sein Motorsportleben Revue passieren lassen, so lief das folgendermassen ab:

Bernie Ecclesteone begann seine unglaubliche Karriere 1953 auf einer Norton Jap (© Daniel Reinhard)

Es begann mit einigen Starts bei Motorradrennen, dann der Wechsel auf vier Räder in einem Cooper Formel Junior. 1958 der Versuch sich mit einem Connaught bei den beiden F1-Rennen von Monaco und Silverstone zu qualifizieren.

Bernie am Steuer seines Connaught mit dem er sich 1958 in Monaco und Silverstone zu qualifizieren versuchte (© Daniel Reinhard)

Sein Talent als Fahrer reichte dazu aber nicht aus, so übernahm er 1958/59 das Management seines deutlich talentierteren Freundes Stuart Lewis-Evans in der Königsklasse. Dieser aber verunglückte bei einem Rennen in Marokko mit dem Vanwall schwer und starb nur sechs Tage später in einem Londoner Spital.

Von 1966 bis 1970 zeichnete Bernie verantwortlich für das Management des Österreichers Jochen Rindt, der wiederum beim Training zum GP Italien in Monza 1970 tödlich verunglückte.

1971-1987 wurde er Teamchef des Brabham-F1-Teams und gewann damit 1983 mit Nelson Piquet und dem BMW-Turbo-Motor den WM-Titel.

Bereits 1971 gründete er die Formula One Constructors Association, damit schloss er alle Teams zu einem Paket zusammen.

1977 erwarrb er die Werberechte der Formel 1 und 1978 kamen die TV-Rechte mit dazu.

Im Jahr 2000 verkaufte er drei Viertel seiner Firma SLEC an verschiedene Firmen, kaufte diese aber später wieder zurück. 2005/6 verkaufte er die F1 an CVC Kapitals in Luxemburg. Ab 2006 war er Geschäftsführer von Rechteinhaber CVC.

Am 23. Januar 2017 wird er vom neuen Besitzer der "Liberty Media", nur gerade mal sechs Tage nach der Übernahme, als Geschäftsführer abgesetzt. Nur wenige Stunden später wurde das neue Führungsteam bestätigt: Der 62 jährige Chase Carey übernimmt eine Doppelfunktion als Präsident und Geschäftsführer der neuen F1 Gesellschaft. Ross Brawn, der ehemalige Ferrari Teamchef kümmert sich in Zukunft um die sportlichen und technischen Angelegenheiten und der ehemalige Manager des Sportsenders ESPN, Sean Bratches nimmt sich der kommerziellen Seite der F1 an.

Bernie Ecclestone mit Ross Brawn, einem seiner Nachfolger - Ob die Richtung stimmt? (© Daniel Reinhard)

Bernie selbst möchte man aber gerne mit an Bord halten und hat ihm deshalb den Posten als "Chairman-Emeritus" angeboten. Bernie dazu: "Meine neue Position ist jetzt so ein amerikanischer Ausdruck. Eine Art Ehren-Präsident. Ich führe diesen Titel ohne zu wissen, was er bedeutet."

Bernie ist und bleibt eine sehr skurrile Figur und da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man liebt ihn, oder hasst ihn. Ein Dazwischen gibt es nicht. Etwas kann man aber sicherlich nicht vorwerfen, fehlende Begeisterung. Sein Herz brannte immer für die F1 und nur die F1, denn er liebt einzig und allein die Monopostos mit ihren freistehenden Räder. Sportwagen mag er nicht. Das zeigte er deutlich nach der Übernahme der gigantischen Ferrari-Sammlung von Albert Obrist, als er die Sportwagen allesamt sofort weiterverkaufte. Was Bernie aber an Monoposti privat besitzt, ist gigantisch und weltweit absolut einzigartig.

Bernie Ecclestone mit je einem Auto aus den 50er, 60er, 70er, 80er und 90 Jahre - vlnr - Mansells Williams, Laudas McLaren, Regazzonis Ferrari, Cooper von Moss und der Mercedes von Fangio (© Daniel Reinhard)

Genauso legendär sind seine Sprüche und sein schwarzer Humor.
“Wenn ich mitten in einem Grand Prix sterben würde - kein Problem! Mir wäre aber lieber, wenn es erst nach dem Zieleinlauf passieren würde.”
“Ich würde auch als Blumenhändler versuchen, so gut wie möglich abzukassieren. Doch mein Herz hängt am Motorsport.”
Auf die Frage, wann seine Autobiographie erscheint: «”m Morgen nach meinem Tod - und die ersten zwölf Exemplare gehen ans Finanzamt.”
Auf die Frage, was er machen würde, wenn er noch einmal 22 Jahre alt wäre: «”ch würde versuchen, eine 18-jährige Freundin zu finden.”
“Warum sollte ich Bodyguards nehmen? Von der einzigen Person, die mich unter Druck setzt, bin ich jetzt geschieden.” (Ecclestone in Anspielung auf die Trennung von seiner Frau Slavica)
“Ich liebe es, nach Japan zu fliegen! Dort sind alle so groß wie ich.”
“Das einzig Gute an der Olympiade sind die Eröffnungs- und die Schlussfeiern. Das ist eine tolle Show. Ansonsten ist es völliger Quatsch.” (Ecclestone zu den Olympischen Spielen 2012 in seiner Heimatstadt London) (dpa).

"Viele Köche verderben den Brei" lautet ein bekanntes Sprichwort. Ob sich dieses auch in der künftigen Formel 1 bewahrheitet, wird sich schon sehr bald zeigen. Was Bernie als Einzelkämpfer auf die Beine gestellt hat, werden nun drei bis fünf Leute, im Einklang mit den Teams, weiterführen. Nicht immer war alles auch wirklich gut, was Bernie entschied, aber er entschied.

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