Was den Marktwert eines Oldtimers/Youngtimers auch noch beeinflusst
Eigentlich müssten ja die Marktbewertungen für Autos des gleichen Typs, welche sich auch noch in einem ähnlich guten Zustand befinden, auf ähnlicher Höhe einpendeln. Dies taten sie früher meist auch, heute aber nicht mehr. Man erkennt dies schnell, wenn man Versteigerungsergebnisse für einen Fahrzeugtyp analysiert.
Tatsächlich gibt es Eigenschaften wie eine durchgehend dokumentierte Geschichte, Originalität, Authentizität, Eigentümerbekanntheit, Erfolge im Rennsport und bei Concours, aber auch Restaurierungsqualität, die den Wert massgeblich beeinflussen. Aber es gibt noch mindestens ein weiteres Kriterium, wie Christian Jenny am Jaguar Infoabend, veranstaltet vom Jaguar Drivers Club im Emil Frey Classics Zentrum in Safenwil, ausführte. Aus seiner Sicht ist die Position auf der Produktelinie (insbesondere die Nähe zu Verzweigungen) ebenfalls ein wichtiger marktwertbeeinflussender Faktor.
Illustriert wurde dies von Jenny unter anderem am Jaguar E-Type. Jenny führte aus, dass die sehr frühen Exemplare deutlich höhere Notierungen erreichen, während spätere Serie 1, Serie 2 und 3 sichtbar tiefer gehandelt werden (im Bild durch die zunehmende Produktionsmenge auf der horizontalen Achse gezeigt).
Die Überlegung ist sicherlich untersuchenswert, das zusätzliche Kriterium könnte man aber auch etwas offener auslegen: Wie selten oder unterscheidbar ist ein Automobil aufgrund seiner Herstellungs- oder Geschichtskonstellation im Vergleich zu anderen aus derselben Produktelinie?
Ein Porsche 901 ist technisch und konzeptionell kaum von einem frühen 911 zu unterscheiden, wird aber trotzdem deutlich teurer verkauft, einfach, weil es halt nur wenige 901-er gab, bevor man die Bezeichnung wechselte. Und die frühen Jaguar E-Types sind halt auch deshalb wertvoll, weil sie sich bautechnisch deutlich von späteren Modellen unterscheiden (Stichwort “flat floor”).
Sondermodelle innerhalb einer Serie/Produktlinie geben ebenfalls häufig Anlass für höhere Preise, denn sie wurden in kleinen Stückzahlen aufgelegt und lassen sich aber sauber authentisieren.
Wie auch immer, es ist nicht nur schwierig, die wertbestimmenden Faktoren zu trennen, sondern auch eine wirklich statistisch stabile Datenbasis zu erhalten, denn leider (oder gottseidank) haben wir es im Oldtimerhandel ja nicht mit einem komplett transparenten Markt zu tun …

































