Französische Raritäten und Exoten
Das französische Auktionshaus Aguttes versteigert am kommenden Sonntag, den 30. November 2025 144 Fahrzeuge, von denen man viele nur selten zu Gesicht kriegt. Die Autos erscheinen uns aber so interessant, dass wir kurz darauf hinweisen möchten.
Tatsächlich ist das Durchblättern des Katalogs (online) wirklich unterhaltsam. Ab Seite 32 beginnen die Automobile und schon auf den ersten Seiten fehlt es nicht an spannenden Fahrzeugen. Zu erwähnen wäre etwa der Alpina B7 Turbo von 1984, eines von 236 verkauften Exemplaren. Er soll als Lot 32 EUR 85'000 bis 100'000 kosten.
Natürlich sind besonders französische Marken im Katalog präsent. Richtig den Ärmel hinein nimmt es einem dann spätestens auf Seite 98, wenn es um die Fahrzeuge aus der Sammlung eines Monsieur F. geht. Dieser hatte offenbar ab den Sechzigerjahren eine ganze Fabrikhalle voller Raritäten zusammengestellt. Weil er nun mit 99 Jahren gestorben ist, kommen die Autos, die meist französischer Provenienz sind, unter den Hammer.
Da gibt es beispielsweise einen Darmont Spécial aus dem Jahr 1933 (circa), der als Lot 66 für EUR 25'000 bis 35'000 angeboten wird. Das Dreirad, das man am ehesten mit dem Morgan Threewheeler vergleichen kann, befand sich seit 1962 in der Sammlung. Sogar ein paar Ersatzteile gehören dazu.
Eine Seite weiter stösst man auf einen Amilcar CGSs von 1927. Monsieur F. kaufte ihn 1965 und er scheint sich in einem leidlich originalen Zustand zu befinden. EUR 40'000 bis 60'000 zeigen allerdings, dass auch das Auktionshaus noch mit Restaurierungsarbeiten rechnet.
Der Hotchkiss Grégoire blieb Zeit seines Lebens eine Rarität, die Cabriolet-Ausführung von Chapron war allerdings noch rarer. Nur sieben dieser offenen Versionen des 247 mal gebauten Hotchkiss Grégoire entstanden, jetzt sollen EUR 30'000 bis 50'000 dafür das Konto wechseln.
Einer der wenigen Nicht-Franzosen in der Sammlung von Herr F. war ein Cisitalia 202 SC Berlinetta Pinin Farina aus dem Jahr 1948. Einst als das schönste Auto im Museum of Modern Art gezeigt, besticht dieses Coupé auch heute nicht mit seiner eleganten Form. EUR 160'000 bis 240'000 sind hier angesetzt, etwas Arbeit dürfte auch hier noch nötig sein.
Es macht keinen Sinn jetzt den ganzen Katalog zu beschreiben, wir konzentrieren uns deshalb auf zwei ganz besondere Einzelstücke zum Schluss. Dabei handelt es sich um zwei umgebaute Peugeot, die für den 2013er-Film “L'écume des jours” nach einem Roman von Boris Vian aus dem Jahr 1946.
Für den Film wurden unter anderem ein Peugeot 104 und ein Peugeot 404 Familiale verfremdet, indem ihnen die Heckpartie eines anderen historischen Peugeots als Front angeschweisst wurde. Beim Peugeot 104 (Bild ganz oben) war es das Heck einer 404-Limousine, beim anderen Fahrzeug die Heckpartie eines anderen 404 Familiale. Die Resultate, gestaltet von der Peugeot Styling Abteilung, wirken eindrücklich und entfalteten sicher ihre Wirkung im Film, auf der Strasse fahren dürfen sie allerdings nicht. So sind sie reine Sammler-Trouvaillen und sollen nun für EUR 2000 bis 4000, respektive EUR 8000 bis 14'000 den Besitzer wechseln. Bisher weilten sie im Lager des Peugeot Citroën DS Adventure Museum.
Natürlich kann man die einzelnen Lots auch online auf der Website von Aguttes anschauen.


























