Was ist eigentlich ein F-Voiture?
Viele Begriffe im Automobiljargon nimmt man einfach als gegeben hin ohne gross über sie nachzudenken, benutzt sie sogar selbst gelegentlich. Bis man beim Formulieren eines Satzes irgendwann einmal eine Sekunde zu viel Zeit hat und nach einer gedanklichen Ehrenrunde feststellt: eigentlich ziemlich bescheuert.
Das "US-Car" ist so ein Fall. Warum wird nur bei diesem einen Herkunftsland das Auto in der Sprache angeglichen? Wieso ist ein Fiat kein "I-Vettura" und ein Seat kein "E-Coche"? Warum sind Saab und Volvo nicht schon längst unter dem Begriff des "S-Bil" vereint? Nicht einmal im sonst so frankophilen Saarland sagt man "F-Voiture". Beim "NL-Auto" würde es nicht einmal gross auffallen – nur gab es dort ausser Daf nicht viel.
Die angelsächsische Anpassung ist in ihrer eigenen Unlogik noch nicht einmal konsequent, gibt es doch in Europa ebenfalls ein englischsprachiges Land mit einer einst grossen Automobilindustrie. Trotzdem ist bisher niemand auf die Idee gekommen, einen MGA als "UK-Car" oder "GB-Car" zu betiteln. Im Schweizerdeutschen ist der Halbanglizismus sogar gleich doppelt doof, den dort bezeichnet ein "Car" keinen Personenwagen – sondern einen Reisebus.
Dass sich "PL-Samochód" hierzulande nicht durchgesetzt hat, ist wiederum irgendwo verständlich. Autos aus Polen waren zwar überraschend zahlreich, aber in Westeuropa nicht sonderlich weit verbreitet.



_RM.jpg)






















