Gedanken zur Teppichetage
Früher stopfte ich einen indischen Webteppich unter das Textidach meiner Ente, damit im Winter nicht die ganze Wärme durchs Dach entfleuchte. Ebenso wickelte ich die Sitze kunstvoll mit diesen recht geschmeidigen Bodenlegern ein. Für den Bulli gab es beim lokalen Warenhaus einmal pro Jahr eine Aktion, wo sie aus der restlichen Meterware aus Spannteppichen kleine Türvorleger schnitten und diese umbördelt zum Stückpreis von wenigen Franken verkauften.
Farblich waren diese immer wild zusammengewürfelt, kaum einer der Teppiche passte wirklich zu irgend etwas im Innenraum oder gar zur Karosseriefarbe. Doch die Ente war mein Studentenvehikel, immer leicht angerostet – trotz alljährlicher Gegenwehr – und ästhetische Gesichtspunkte standen kaum im Zentrum. Beim Bulli war es womöglich schlicht – Geschmacksverstauchung, wie wir hier sagen.
Nun, diese Zeiten sind längs passé. Die Ente ist über den Jordan geschwommen, der Bulli zurück zur Gummimatte gekehrt. Aber Teppiche, die beschäftigen mich gelegentlich immer noch. Etwa als Juror bei einem Concours d'Elégance. Es ist ganz einfach: Ich mag keine kleinen Orientteppiche im Auto, in keinem. Diese kunterbunten Dinger finde ich da höchst deplaziert. Wer seinen Innenraum schonen will, findet sicher eine passende Farbe unter der Auslegeware, die es im Handel zu kaufen gibt. Diese lässt sich sogar passend zuschneiden und eben, wie bei meinen 5-Franken Türvolegern, entsprechend umbördeln. Umgekehrt hingegen, ein Auto auf einem Perserteppich, da habe ich nichts dagegen, wenn nur die Ölflecken nicht wären!


























