Der etwas andere Scheunenfund
Nicht jeder hat das Glück, eine alte Scheune mit einem Bugatti drin zu erben oder bei Streifzügen durch die Landschaft in einem Bretterverschlag auf einen bisher unentdeckten Porsche 901 zu treffen. Aber fast jeder hat einen Keller oder ein Dachgeschoss, in dem unter Staub und Tüchern längst vergessene Sachen lagern.
Beim kürzlichen Räumen unseres Kellers jedenfalls stiess ich auf das abgebildete Fahrrad der Marke Cilo, welches ich in den Achtzigerjahre neu gekauft hatte. Nach ein paar Jahren Nutzung war es von Besserem überholt worden.
Tatsächlich, rund 40 Jahre alt ist dieses “Velo” inzwischen und es ist vom Typ “Halbrenner”, eine längst vergessene Fahrrad-Spezies, die irgendwo zwischen Rennrad und Alltags-Bequemrad gebaut wurde. Der Unterschied zum Rennrad waren die Schutzbleche, der Gepäckträger, die Beleuchtung und die anders ausgeführten Bremshebel mit Doppelhebel am gekröpften Rennlenker.
Der 1914 in der Nähe von Lausanne in der Schweiz gegründete Fahrradhersteller Cilo meldete übrigens im Jahr 2002 Insolvenz an, lieferte in den Vierziger- bis Achtzigerjahren aber immerhin auch den Untersatz für Tour-de-France-Sieger und andere Rennsport-Champions.
Zurück zu meinem Cilo Halbrenner. Nach dem Entstauben und dem Aufpumpen der (ebenfalls aus der Schweiz stammenden) Maloya(!)-Reifen, liess sich das Rad wieder ganz passabel fahren. Eigentliche Standschäden, die bei einem Automobil, das 40 Jahre nicht gefahren ist, garantiert gewesen wären, waren nicht zu identifizieren. Die Frage ist nur, was ich jetzt mit diesem Zweirad anfange …

























