Wieviel soll ein Rennwagen wert sein?
Manchmal wundert man sich als Beobachter schon, wie Schätzwerte, aber noch vielmehr die Ergebnisse an Versteigerungen zustande kommen.
Eine interessante Perspektive bieten eine Reihe von F1-Autos, die in den letzten 10 Tagen unter den Hammer kamen. Zwei davon möchten wir ein bisschen genauer anschauen.
Da war einerseits der Lotus 79 von 1978. Mario Andretti hatte mit diesem “Wing Car” den Grand Prix von Zandvoort gewonnen. Der F1-Monoposto wurde viele Male eingesetzt und sicherte mit seinen Erfolgen den Gewinn der F1-Weltmeisterschaft.
Optisch wirkt der Lotus mit seiner JPS-Lackierung attraktiv und das Auto funktioniert, wie Dario Franchitti anlässlich der Versteigerung von Bonhams in Abu Dhabi bewies.
Deutlich jünger als der Lotus ist der Mercedes-AMG Petronas F1 W04 aus dem Jahr 2013. Hamilton gewann damit den Grand Prix von Ungarn, auch dieser Rennwagen wurde an mehreren Rennen eingesetzt. RM/Sotheby’s konnte den Wagen in Las Vegas anbieten.
Während der Lotus von Bonhams auf USD 6,5 bis 9,5 Millionen geschätzt wurde, sollte der Mercedes-AMG gemäss RM/Sotheby’s USD 10 bis 15 Millionen erzielen.
Allerdings, während der Lotus bei USD 3,4 Millionen stehen blieb, also nicht verkauft werden konnte, wechselte der Mercedes-AMG für USD 18,815 Millionen den Besitzer.
Obwohl also der F1 mit Stern kaum signifkanter sein dürfte als der Lotus in Schwarz, wurde er von den Bietern mindestens fünfmal wertvoller eingeschätzt. Ein Faktor dürfte dabei sicherlich gewesen sein, dass der Mercedes-AMG das einzig in Privathand befindliche Exemplar dieses Typs war, während Lotus-F1-Autos aus den Siebzigerjahren “einfacher” zu finden sind.
Aber: Reicht dies wirklich um diesen grossen Wertunterschied zu rechtfertigen?
Zudem: Den Lotus kann man mit überschaubarem Aufwand fahrbar halten, für den Mercedes-AMG sind neben einem Lastwagen voll Computer und anderer Hilfsmittel dafür auch noch eine ganze Crew von Spezialisten und Ingenieuren nötig. Sollte dies nicht auch als Argument für die Preissetzung zählen? Und spielt Ästhetik wirklich keine Rolle?

























