Falsches Spiel mit gleichen Nummern
Hat Daimler-Benz in den Sechzigerjahren sogar werksseitig mit Nummern getrickst? Okay, so langsam haben sich die Klickköder mit Kienle-Bezug auch ein bisschen totgelaufen. Aber ein ganz kleines bisschen haben die Stuttgarter einst schon die Zahlen zu ihrem Vorteil verändert. Wenn auch hauptsächlich zum Vorteil der Bequemlichkeit und weniger zur betrügerischen Gewinnmaximierung.
Bei den offiziellen Fotos der frisch modernisierten Baureihe W 110, die das Werk im Sommer 1965 an die Presse verschickt hat, sind sich nämlich die Aufnahmen von 200 und 200 D auffallend ähnlich. Da sich die "kleinen Flossen" mit Otto und Dieselmotor äusserlich nämlich nur am Schriftzug unterscheiden, hat es sich die Presseabteilung anscheinend leicht gemacht, und statt des ganzen Autos nur Schriftzüge und Nummernschild getauscht – und interessanterweise auch die Auspuffblende.
Doch die Position der Ventile und Auswuchtgewichte an den Felgen stimmt überein, ebenso wie die Platzierung des Autos in der Umgebung allgemein. Das einzige Detail, was wirklich Auskunft über den Antrieb geben könnte – der "Salzstreuer" am Armaturenbrett – ist von aussen nicht sichtbar. Ob nun ein Otto oder Diesel unter der Haube der modellgepflegten Heckflosse sass, wird also für immer ein Geheimnis bleiben.


























