Mit fremden Sternen geschmückt
Seit 1909 ziert ein dreizackiger Stern alle Produkte der Daimler-Motoren-Gesellschaft, ab 1926 gerne kombiniert mit dem Lorbeerkranz von Benz & Cie. Etwa 40 Jahre lang blieb der markante Motorhaubenhimmelskörper Hoheitszeichen der süddeutschen Qualitätsprodukte, bis man sich auch auf der anderen Seite des Atlantiks seiner Eleganz erfreute. Ab 1949 strahlte der Lincoln Cosmopolitan achtern aus dreigeteilten runden Leuchten, deren Maskierung sich aber auch als Propeller deuten liess.
Die Demokratisierung des Motivs dauerte nur drei Jahre: Im Gesicht der 1952er Ford fand es sich sogar gleich dreimal: rechts und links in den Positionsleuchten sowie deren adipöser Bruder als Ornament mittig im Kühlergrill. Studebaker (siehe Titelbild) und Pontiac waren 1953 noch etwas näher am Stuttgarter Original. Niemand jedoch schmückte sich so prominent mit fremden Sternen wie der Oldsmobile 1959, dessen Raddeckel ungeniert in drei Richtungen deuteten.
Freilich beschränkte sich dieses Phänomen nicht nur auf Autos. Die wohl kurioseste Verwendung eines Nicht-Mercedes-Sterns findet sich auf den Rädern des 1955er Lewyt, des ersten Staubsaugers mit Gummirädern – und Weisswandreifen. Vielleicht wollte man damit auf den überragenden Bedienungskomfort hinweisen. Oder es war einfach nur ein lustiger Zufall.


























