Matching Numbers - warum überhaupt?
Wenn ein Begriff immer wieder in Fahrzeugmarktinseraten oder auch in Anfragen von Interessenten für eine inseriertes Auto sehr häufig vorkommt, dann "matching numbers". Gemeinhin wird darunter verstanden, dass jener Motor, der neu im Wagen installiert war, auch heute noch dort sitzt, also nie ausgetauscht wurde. Weil Klassikerkäufer bei grossen Investitionen auf Nummer sicher gehen wollen, beharren sie auf den Originalmotor und laufen lieber weg, sollte die Motornummer nicht zur Chassisnummer bei Auslieferung passen. Viele Leute scheinen regelrecht Angst davor zu haben, ein Auto zu erstehen, dass nicht mit dem Originalmotor ausgerüstet ist.
Dabei war der Austausch von Motoren früher der Normalfall. Als gebrauchte Porsche 356 beispielsweise für wenige Tausend DM oder Franken zu haben waren, hätte doch niemand auch nur im Traum daran gedacht, den Motor komplett revidieren zu lassen. Da pflanzte man lieber einen gut gehenden Gebrauchtmotor aus einem Unfallwagen ein und gut war. Das Auto lief hinterher nicht schlechter und war damals auch nicht weniger wert deswegen. Nur gehörte halt die neue Motornummer eigentlich zu einem anderen Fahrzeug. Heute ein Kaufhindernis.
Die Matching-Number-Manie führt aber auch dazu, dass nachträglich die "richtigen" Motornummern eingeschlagen werden. Bei einem Porsche Carrera RS kann der "richtige" Motor schliesslich schnell ein paar Zehntausender Mehrwert ausmachen und wie die richtige Motor- und Getriebenummer lauten müssen, kann man sogar in Büchern nachlesen.
Ein "falscher" Motor, sofern baugleich und gesund, macht auch heute einen Klassiker aus Fahrersicht gewiss nicht schlechter, ja vielleicht sogar besser. Lieber ein sauber deklarierter und gekonnt aufgebauter Ersatzmotor als ein umgestempelter und vielleicht nicht mit den korrekten Ingredienzen daherkommender "Originalmotor", oder nicht? Schliesslich geht’s doch um’s Fahren und nicht nur um Zahlenspiele ….
P.S. Natürlich verstehen wir es, dass ein komplett originales Auto etwas mehr wert sein darf als eines, bei dem Teile getauscht wurden. Spätestens aber bei Rennwagen macht dies fast gar keinen Sinn mehr, denn hier wurde stetig modifiziert, verbessert und angepasst. Und genauso war es auch bei stark genutzten Alltagsautos …


























