Der letzte Wankel
Der Mazda RX-8 wurde bereits 2001 in den USA präsentiert, die ersten Autos wurden dann 2002 gebaut, aber es wurde 2003, bis hiesige Autotester sich in den Wankel-Sportwagen mit der ungewöhnlichen Türkonfiguration setzen durften.
Seither gibt es diese gegenläufigen Hilfstüren ja auch beim Fiat 500e wieder, im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausend bot BMW eine solche Türe auch beim Mini Clubman an, aber der Mazda hatte auf beiden Seiten eine kurze Hintertüre, die das Besteigen der Rücksitze vereinfachen sollte. Und dies in begrenztem Umfang auch tat.
Die Hauptattraktion beim RX-8 war aber natürlich der Wankelmotor, der einen tiefen und zentralen Schwerpunkt ermöglichte. Die Automobil Revue prüfte den Nippon-Kreiskolben-Sportwagen im Spätherbst 2003 und schaffte den Sprint von 0 auf 100 km/h in beeindruckenden 7,1 Sekunden. Die folgende Bremsung auf 0 km/h gelang mit 35,5 Metern nicht weniger eindrücklich. Bei der Höchstgeschwindigkeit verliess man sich auf die Werksangabe (235 km/h), beim Verbrauch mass man 13,6 Liter pro 100 km im Mittel, 9,6 auf einer Verbrauchsfahrt.
Ein Sparkünstler war der Wankel wie erwartet nicht, dafür war er relativ leise, bei 120 km/h z.B. nur 70 dB(A) und zwar egal, ob man im 5. oder 6. Gang fuhr. Während man an der Laufruhe und Drehfreude viel Freude zeigte, wurden neben dem Verbrauch eine Drehmomentschwäche und ein nicht unerheblicher Ölverbrauch (ca. 1 Liter pro 2000 km?) kritisiert, auch an der Kopffreiheit vorne mangelte es den AR-Testredakteuren. Das Schlussresümee für den 48’470 Franken teuren Wagen lautete: “Ein ganz spezielles Auto, das man unbedingt fahren sollte, bevor man darüber spricht.”
Was ich im übrigen damals tat, ich besass für einige Zeit einen dieser 231 PS starken Viersitzer, ersetzte ihn aber doch bald wieder mit einem V6, weil mir dessen Geräuschanmutung einfach irgendwie besser gefiel.
Wer selber nochmals nachlesen möchte, wie sich der RX-8 damals fuhr, der sei auf den Testbericht in AR 52/2003 verwiesen.
Ab sofort sind alle 52 Ausgaben der Automobil Revue des Jahres 2003 online bei uns komplett durchsuchbar und lesbar.


























