Skoda Raritäten im Tessin
Die Oldtimer-Szene der Marke Škoda ist traditionell vorwiegend in Deutschland angesiedelt und insbesondere in der ehemaligen DDR lassen sich aus geopolitischen Gründen viele Škoda-Fans finden. Umso erfreulicher ist die Entwicklung der letzten zehn Jahre zu werten, im Rahmen derer immer mehr Mitglieder aus den Nachbarländern – Niederlande, Österreich, Schweiz und Tschechien - den Weg zum Škoda-Club gefunden haben.
Die Geografie, lange Anfahrtswege und nicht zuletzt auch die Finanzen führten dazu, dass die Jahrestreffen abwechselnd im Norden oder Süden Deutschlands stattfanden. Zu einem späteren Zeitpunkt kamen auch noch je ein Treffen in Wien und Weil/Basel hinzu. Dieses Jahr haben wir, auf ausdrücklichen Wunsch des Vorstandes, anfangs September ein Škoda-Treffen im Tessin organisiert.
Bereits nach 20 angemeldeten Autos war die anfängliche Skepsis verschwunden und eine einjährige Vorbereitungsphase begann. Wir wollten etwas Besonderes bieten – deshalb wurde das Programm von Lugano bis nach Milano ausgedehnt.
Wir wussten, dass ein erfolgreiches Treffen im vernünftigen finanziellen Rahmen, ohne Unterstützung von Sponsoren, gar nicht erst möglich gewesen wäre. Wir fanden beim schweizerischen Škoda-Importeur AMAG Schinznach-Bad den Hauptsponsoren, der in Zusammenarbeit mit AMAG Lugano und Skoda Auto Deutschland unser Treffen grosszügig unterstützt hat. Allen gebührt unser herzlichster Dank.
Unter den teilnehmenden Autos befanden sich echte Škoda Raritäten. Neben Klassikern wie Tudor 1101 Cabrio, Tudor Limousine, Octavia, Skoda Coupé R 110, nahm auch der Besitzer eines einzigartigen Skoda Buggy den weiten Weg aus Tschechien ins Tessin auf sich.
Ein weiterer Augenschmaus waren die zahlreich erschienenen Felicia Cabrios in fröhlichen Farben.
Unser Hotel in Vezia, welches wir am Freitag, den 31. August bezogen, bot einen sympathischen Rahmen im Retrostil der Sechzigerjahre. Das Wetter war zu Beginn des Treffens zwar atypisch feucht, wurde dann aber von Tag zu Tag sonniger. Vom Hotel Vezia fuhren wir noch am Freitag zur sehenswerten Freiluftanlage “Swissminiatur”, welche die Schweiz im Kleinformat zeigt.
Am Samstag durften wir unsere Autos im Zentrum Luganos auf der Piazza Rezzonico ausstellen. Mit dem Traktorzug und der Standseilbahn ging es auf den Monte Brè, von wo aus wir eine wunderbare Aussicht genossen.
Am Sonntag wurden wir mit unseren Oldtimern in das Programm des Weinfestes in Bellinzona einbezogen. Erst durften wir im Zentrum parkieren und später fuhren wir unter grossem Applaus und vielen freudigen Zurufen durch die von Menschenmengen gesäumten Strassen der Innenstadt.
Montags besuchten wir erst das grandiose Alfa Romeo Museum in Arese. Danach besichtigten wir die Edelschmiede Carrozzeria Superleggera Touring Milano in Rho. Zum Abschluss gab es noch den Mailänder Dom zu bestaunen.
In Mailand wurde uns zwar zweimal eine Ausstellung der Fahrzeuge im Stadtzentrum bewilligt, dafür wurde uns die Bewilligung aber dreimal entzogen. Das administrative Verfahren übersteigt jede Vorstellung und Fantasie eines Mitteleuropäers. 24 Seiten an Formularen mussten wir ausfüllen und dann bei mehreren Ämtern vorbeibringen – persönlich versteht sich! Wir haben schliesslich in einer bewachten Tiefgarage parkiert …
Schön zu hören war, dass sich die weite Anreise einiger Teilnehmer – zwischen 800 und 1100 km – auf jeden Fall gelohnt habe. Das Ziel, die Schweiz von ihrer schönsten Seite zu zeigen, wurde somit sicherlich erreicht!

































