Ist Originalität ein Mythos?
Die Ausstellung in Kassel hat uns wieder einmal zum Denken gebracht. Denn in Kassel waren Autos ausgestellt, die noch kein bisschen restauriert wurden und entsprechend weit weg vom typischen “Sammlerzustand” waren.
Würden diese aber restauriert, dann würde wohl kaum ein Originalteil überleben, denn die wenigsten Sachen wären in reparierbarem Zustand. Abgesehen davon, dass es auch höchst unsicher ist, ob z.B. der abgebildete Georges Roy Torpedo von 1912 nicht schon früher “überarbeitet” wurde.
Und wenn man dann schon restauriert, wird dann wirklich exakt jedes Technik-Detail rekonstruiert, jedes Material korrekt eingesetzt? Wird man nicht aus Gründen der Fahrbarkeit und Sicherheit Konzessionen machen? Vermutlich ja schon und am Ende des Tages ist es mit der Originalität dann halt nicht mehr so weit her.
An historischen Rennveranstaltungen jedenfalls ist kaum ein Fahrzeug anzufinden, das man als 100% historisch original bezeichnen könnte. Was der Freude natürlich keinen Abbruch tun muss, denn solange es richtig tönt und einigermassen richtig aussieht, löst es auch die richtigen Emotionen aus. Meinen wir. Und sind froh, wenn es auch richtig deklariert wird. Dann ist die Welt in Ordnung. Oder nicht?
Übrigens, über die Ausstellung in Kassel haben wir einen umfangreichen Bildbericht publiziert .


























