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Bild (1/5): Impressionen von der Ausstellung "Schlafende Automobilschönheiten der Collection Schlumpf" in Kassel im Jahr 2013 (© Daniel Reinhard, 2013)
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    So schön kann Schrott sein - Schlafende Schlumpf-Museumsraritäten in Kassel

    17. Juli 2013
    Text:
    Daniel Reinhard
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Eine Ausstellung der absoluten Superlative kann noch bis Ende Juli in Kassel unter dem Titel “Schlafende Automobilschönheiten der Collection Schlumpf” (Untertitel “Schlafende Automobile - schön und unberührt”) bestaunt werden.

    Impressionen von der Ausstellung "Schlafende Automobilschönheiten der Collection Schlumpf" in Kassel im Jahr 2013
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Das Schlumpf-Museum in Mülhausen (Mulhouse) ist weltbekannt. Dessen Historie ist aber vielleicht nicht mehr so vielen präsent. Daher sei kurz auf die Geschichte der Schlumpf-Brüder hingewiesen.

    Die leidenschaftlichen Automobilsammler

    Fritz Schlumpf, geboren 1906 in Mailand, gestorben 1992 in Basel war ein leidenschaftlicher Automobilsammler. Gemeinsam mit seinem Bruder  Hans, Jahrgang 1904 ebenfalls in Mailand geboren und 1989 in Basel gestorben, brachte er es zwischen dem Ende des zweiten Weltkrieges und 1977 auf eine gigantische Sammlung klassischer Automobile, darunter allein über hundert Fahrzeuge der Marke Bugatti.

    Zur Finanzierung dieses Hobbys belasteten sie ihr Unternehmen derart, dass es 1977 zahlungsunfähig wurde. Die Textilkönige des Elsass konnten den Triumph ihres Lebens nicht mehr auskosten.

    Die pompöse Eröffnung des "Monument Bugatti" wurde durch spektakuläre Enthüllungen übertönt, als klar wurde, dass die Kammgarnspinnerei Malmerspach im Thann-Tal sowie die Firma Gluck & Cie. bankrott waren.

    Die Oldtimer-Leidenschaft der Brüder Schlumpf hatte nicht allein einen Verlust von 2000 Arbeitsplätzen zur Folge, sondern auch den Traum zunichte gemacht, in Mulhouse die wertvollste Automobilsammlung der Welt als eine anerkannte Gedenkstätte der Automobilindustrie Frankreichs, wenn nicht Europas, zu etablieren.

    Öffnung für das Publikum

    Die mit allen erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen geschützte Schlumpf-Kollektion, die im Laufe der Jahre kaum mehr als zwei Dutzend Auserwählte sehen durften, wurden über Nacht dem Publikum zugänglich gemacht, wenn auch aus ganz anderen Beweggründen, als es die Schlumpf Brüder wohl je im Sinn hatten.

    Es dürften etwa 50.000 Menschen gewesen sein, die in Rekordzeit durch die Hallen eilten. Fotoreporter aus aller Welt drückten hastig und ziemlich wahllos auf die Auslöser ihrer Kameras, Autonostalgiker hakten ihre Listen ab. Die ersten Kühlerfiguren verschwanden.

    Derweil sassen Hans und Fritz Schlumpf in ihrer Suite des Hotels "Des Trois Rois" zu Basel, wohl mit ihrem Schicksal hadernd, dass ihrem Lebenswerk die Zerstörung drohte.

    Impressionen aus dem Schlumpf-Museum - Cité de l'Automobile in Mulhouse
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Heute ist die Sammlung in geordneter Form für Besucher offen und gehört eigentlich als Cité de l’Automobil e zum Pflichtprogramm jedes Oldtimer-Fans. Das Museum ist in den ehemaligen Werkshallen der Textilfabrik beherbergt. 

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    Verborgene Schätze

    Das Streben und Wirken der Gebrüder Schlumpf ist widersprüchlich zu bewerten: Ihre wirtschaftliche und soziale Verantwortung, sowohl sich selbst als auch ihren Mitarbeitern gegenüber völlig ausser Acht lassend, hinterliessen sie der Nachwelt eines der grössten und faszinierendsten Automobilmuseum der Welt.

    Neben dem Museum wurden über viele Jahre weitere Hallen, Schuppen und Remisen, vollgepackt mit Autos. Über 150 hochkarätige Fahrzeuge in verschiedenen Verfallszuständen parkten dort, von den Brüdern Schlumpf der Öffentlichkeit verborgen. Eigentlich sollten sie nach und nach in der eigenen Restaurierungswerkstatt wieder zum Leben erweckt werden, aber die Geschichte verlief anders.

    Peugeot BB (1913) - in der Ausstellung "Schlafende Automobilschönheiten der Collection Schlumpf" in Kassel im Jahr 2013
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Diese Automobile standen rund 27 Jahre unberührt allen Witterungsverhältnissen ausgeliefert, denn die Dächer der Schuppen waren teilweise eingestürzt. Die Fahrzeuge wurden dann nach und nach im Laufe der Jahre in angrenzende Hallen umquartiert, um sie wenigstens so zu erhalten und nicht Opfer des Rostfrasses werden zu lassen.

    Erstmals in Kassel zu sehen

    Maserati 4CM (1936) - in der Ausstellung "Schlafende Automobilschönheiten der Collection Schlumpf" in Kassel im Jahr 2013
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Hier schlafen sie nun, der berühmte Mercedes W154 von 1939, einst gefahren von Caracciola, von Brauchitsch, Lang und Seaman, der Maserati 4CM, der 1936 beim Grossen Preis von Bern keine Chance gegen die Silberpfeile hatte.

    Maserati 4CM (1936) - in der Ausstellung "Schlafende Automobilschönheiten der Collection Schlumpf" in Kassel im Jahr 2013
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Mancher Bugatti ist nur noch in Fragmenten erkennbar. Ist es ein Typ 44 oder doch vielleicht ein 49? Kistenweise Ersatzteile, rund 30 Bugatti-Kompressoren oder 24 Zoll Leichtmetall-Räder vom Bugatti Royale.

    Georges Roy Torpedo (1912) - in der Ausstellung "Schlafende Automobilschönheiten der Collection Schlumpf" in Kassel im Jahr 2013
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Das ist das unbestrittene Reich der Spinnen und Holzwürmer, die Farbe ist abgeblättert, der Rost hat tragende Teile und Bodenbleche in hauchdünnes Zeitungspapier verwandelt. Scheiben sind matt geworden und gerissen, Reifen sind platt, die Fasern hängen heraus und lösen sich langsam auf.

    Diese Reserve des Museums war bis heute der Öffentlichkeit nicht zugänglich und nur ausgewählte Besucher hatten in Begleitung Zutritt. In absehbarer Zeit wird sich auch an diesem Zustand nichts ändern. Möglicherweise werden einzelne Fahrzeuge in den nächsten Jahren restauriert, aber für die grosse Masse wird der Dornröschenschlaf noch lange so weitergehen.

    Um einen heutigen Wert von rund 190 Millionen Euro in Schrott dem Publikum zu zeigen, braucht es auch das passende Ambiente. Eine bezaubernde, alte Industriehalle in Kassel an der Lilienfeldstrasse zeigt die Zeitzeugen auf ganz spezielle Art und Weise.

    Die Ausstellung ist derart einzigartig, dass es sich wirklich lohnt nach Kassel zu fahren, egal ob man von München, Zürich, Wien, Mailand, Paris, Stockholm oder Budapest kommt.

    Und wer die Zeit für den empfehlenswerten Besuch nicht findet, dem können wir mit der umfangreichen Bildergalerie wenigstens einen virtuellen Ersatz anbieten.