Die tapferen Taxis von der Marne
Es gibt einige berühmte Mietdroschken, so das traditionelle schwarze London-Taxi, in welches man auch mit aufgesetztem Zylinder einsteigen kann, oder das New Yorker Yellow Cab der Marke Checker.
Wenigen hingegen ist das Taxi von der Marne ein Begriff. Anlässlich des alljährlichen Schnauferl-Rennens Rcoleta-Tigre Hotel vom 10. November 2012 waren wie stets seltene Autos zu bewundern, unter anderem eben eines dieser legendären Taxis von der Marne.
Anfang September 1914 waren die deutschen Truppen unter Moltke bis an die Marne vorgedrungen und drohten Paris einzukesseln. Die ausgedünnte französische Front unter Joffre hatte dem nichts entgegenzusetzen. Der Stadtkommandant von Paris ordnete deshalb an, sämtliche Mietdroschken zu requirieren und mit Soldaten besetzt an die Frontlinie zu werfen. In jedem der 1200 Wagen ritten vier Poilus mit, insgesamt also rund fünftausend Infanteristen, die die Schlacht entschieden.
Es waren primitive Töff-Töffs von 1,2 Liter Hubraum von acht "Chevaux" Leistung wie man zu sagen pflegte, und sie wurden berühmt und geliebt, einige landeten später auch in Buenos Aires. Das in diesem Beitrag gezeigte Modell stammte aus dem Jahr 1911. Vorne offen, ohne Windschutzscheibe, mit Stoffverdeck, dazu mit Zähluhr.
Als man die Kolonne 1914 auf die etwa hundert Kilometer lange Reise schickte, gab man ihr eine Kompanie von Vulkanisateuren mit, denn Plattfüsse waren auf den Landstrassen von damals häufig - überall lagen Hufnägel. Mehr oder weniger jeder der Fahrer hatte ein knuspriges Baguette mit sich, auf Bauernhöfen beschaffte man sich Butter und Wurst, für den Kühler und die trockenen Soldatenkehlen schöpfte man Wasser aus Dorfbrunnen. Am zweiten Tag schon war die Verstärkung zur Stelle - Paris war fürs erste gerettet!
































