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Emma Munz – die schnelle Zürcher Bugatti-Fahrerin

Bernhard Brägger - 12.06.2011

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Emma Munz auf dem Bugatti 35 am Klausenrennen von 1930

In den 20er- und frühen 30er-Jahren halfen Frauen mit, den Rennsport neu zu prägen: Die Verkörperung der neuen Frau auch auf dem Rennplatz: selbst- und modebewusst, wild nach neuer Musik, nach neuen Genüssen, erfolgreich und nach Gleichberechtigung strebend, frech, abenteuerlustig, mit kurzen Haaren, Bubikopf, Perret, kurzen Hängekleidern, die ersten Hosen, weit geschnitten, tragend, das Perret auf dem Kopf und die Zigarette mit der Zigarettenspitze im Mund: Hellé-Nice, Anne-Rose Itier, Gräfin Margot Einsiedel, Ernes Merck, Elisabeth Junek, Lucy Schell und auch Emma Munz, die Zürcherin, hiessen die neuen Heldinnen.

Emma Munz, die schnelle Zürcherin, aufgenommen 1930

Emma Munz, die Bugattifahrerin, jung, kurze Frisur, modisches Perret, modischer Pullover und weiter Hose, posierend auf der Klausenpasshöhe. Natürlich mit Zigarette. Sie gehörte zum exklusiven Kreis der Zürcher Bugattirennfahrer: Willy Escher, Josef Karrer, den Krachts vom Baur au Lac, den Herren vom Grasshoppers-Club.

Emma Munz startete in den Jahren 1929 und 1930 auf einem Bugatti, einem 2-Liter ohne Kompressor, 1932 mit Kompressor, dem Typ 35 C. Mit diesem hochkarätigen Rennwagen gelang ihr eine Glanzleistung: Mit 19:06 unterbot sie deutlich den 1927 von Margot Einsiedel gefahrenen Frauenrekord auf dem potenten Steyr Sportwagen. 22 Sekunden schneller als die blaublütige Gräfin!. Ihr 2-Liter Bugatti war bestimmt nicht das stärkste Fahrzeug des Feldes, umso eindrücklicher ihre Zeit knapp über der 19-Minutengrenze, inmitten all der Werks- und Herrenfahrer.

Und da gibt es noch die schöne Geschichte von Emma Munz und Hellé-Nice. Sie gehört, wie so viele andere mögliche Episoden zum Mythos Klausen. Nehmen wir sie deshalb nicht zu wörtlich! Die Französin Hellé-Nice muss eine äusserst temperamentvolle Person gewesen sein – ein vielseitiger, egomanischer Star. Als sie mit Schrecken feststellte, dass ihr Emma Munz den Sieg im Damenrennen um fast 40 Sekunden weggeschnappt hatte, hielt sie nichts mehr zurück: Sie schimpfte und lamentierte wie ein Rohrspatz. Erst als ihr ein Polizist drohte, mit der Dienstwaffe ein Loch in den Pneu ihres Bugattis zu schiessen, verstummte die ehemalige Revuetänzerin der Pariser Folies-Bergères schmollend.

Emma Munz soll nach ihrer Rennkarriere erfolgreich eine Garage geführt haben. Aber schon da begannen sich ihre Spuren zu verwischen. Im Gegensatz zu Hellé-Nice. Die Französin fuhr noch lange erfolgreich Rennen, überlebte in Sao Paolo einen schrecklichen Unfall mit toten Zuschauern und wurde nach dem Krieg von Louis Chiron im Kreise vieler Renn- und Rallyefahrer als Nazi-Kollaborateurin beschimpft. Beweise gab es keine – doch ihr Name war geschändet, ihr Vermögen von einem ihrer Liebhabern verprasst. Sie starb 1986 in Nizza verarmt, verbittert, vergessen.

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