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Über subjektive und objektive Kriterien beim H-Kennzeichen/Veteranenstatus

Bruno von Rotz
11.06.2011

Porsche 924 Carrera GT von 1980 bereit für H-Kennzeichen und CH-Veteranen-Status

Der hier abgebildete Porsche 924 Carrera GT sollte problemlos ein H-Kennzeichen (Deutschland) oder den Veteranenstatus (Schweiz) erhalten. Er ist über 30 Jahre alt, bestens unterhalten, weitestgehend im Originalzustand und von unnützem und unpassendem Zubehör verschont geblieben.

Als Klassiker (und damit schützenswertes Kulturgut) beurteilt zu werden, bringt Vorteile: Günstigere Steuertarife und freie Einfahrt in Umweltzonen (H-Kennzeichen), respektive Teilen eines Kennzeichens mit einer ganzen Reihe weiterer Klassiker (z.B. bis zu 12 im Kanton Zürich) und Motorfahrzeugkontrolle nur alle sechs Jahre (Schweizer Veterenan-Status, Code 180). Das rechnet sich und macht vieles einfacher, entsprechend ist der Klassikerstatus begehrt und durchaus auch wertwirksam.

Leider aber ist die Einschätzung/Beurteilung eines alten Autos keine reine Wissenschaft. Da gibt es unterschiedliche Anschauungen, persönliche Präferenzen und Interessenkonflikte. Die öffentlichen Instanzen versuchen, soviel Objektivität und Fairness wie möglich in den Prozess der Fahrzeugprüfung einzubringen. Der TÜV-Süd zum Beispiel hat “seine” Kriterien für eine H-Zulassung detailliert dokumentiert.

Für den TÜV Süd ist die “Originalität” wichtig, Umbauten müssen (normalerweise) in den ersten 10 Jahren der Zulassung erfolgt sein, resp. mindestens 20 Jahre alt sein. Der Zustand des Fahrzeuges sollte mindestens der Einstufung “3” entsprechen, normale Alterungsspuren sind also erlaubt, das Auto muss aber gebrauchsfähig und verkehrssicher sein. Bei der Lackierung sind auch nicht orgininale Farbtöne erlaubt, Patina ist nur bis zu einem bestimmten Grad akzeptiert. Umbauten, z.B. vom Coupé zum Cabrio, sind nur H-Kennzeichen-fähig, wenn sie mindestens 20 Jahre alt sind. Das originale Erscheinungsbild ist wichtig. Bei Zubehör ist das Kriterium “zeitgenössisch” zentral.

Auch in der Schweiz gibt es ähnliche Merkblätter , zum Beispiel beim Kanton Zug. Allerdings geht die Kriterienliste viel weniger ins Detail und nennt nur die “ursprüngliche Ausführung” und den Einsatzzweck. Während einige Kantone FIVA ID-Cards verlangen, behelfen sich andere mit Oldtimer-Experten und Netzwerken.

Am Ende des Tages sollte ein gut erhaltenes originales Fahrzeug, das in Deutschland an H-Kennzeichen erhält, auch in der Schweiz als Veteran zulassungsfähig sein und umgekehrt. Im Detail aber sind eine unterschiedliche Behandlung möglich. In jedem Fall hilft es, sein Fahrzeug gut dokumentiert zu haben und auf Verlangen in der Lage zu sein, Bücher, Zeitschriften, Online-Ressourcen und ähnliches zücken zu können, wenn Interpretationsdifferenzen entstehen.

Der eingangs erwähnte Porsche 924 Carrera GT aber sollte die Hürde in beiden Ländern nehmen können. Bei Recreations, Continuations, Replicas, Specials, Hot Rods oder anderen Umbauten kann das Ergebnis je nach Land, Kanton/Bundesland, Prüfstelle, involvierte Personen unterschiedlich aussehen. Und auch eine Zulassung mit H-Kennzeichen oder Veteranenstatus garantiert nicht, dass der nächste Prüfexperte in zwei oder sechs Jahren die Thematik wieder gleich beurteilt ...

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