Wie 1971 aus dem Opel GT der GT/J wurde

Bruno von Rotz
20.02.2011

Mit seiner eleganten und sportlichen, an die Corvette erinnernden Form zog der Opel GT viele Interessenten an. Mit einem Kaufpreis von 15’450 Franken war das Opfer der Begierde bis 1971 aber relativ teuer geworden, für dasselbe Geld konnte man zwei Normal-Käfer kaufen und selbst ein Ford Capri mit Sechszylindermaschine oder ein Triumph GT 6 waren günstiger zu haben. Also besann man sich bei Opel des “Junior”-Labels und entschlackte den Sportwagen an Stellen, wo es nicht wehtat. Mit dem GT 1100 hatte man nämlich gelernt, dass man an den Fahrleistungen nicht sparen sollte.

Opel GT/J von 1971

Tatsächlich waren die Abstriche minimal: Sie fanden primär an Karosserie und Innenraum statt, Teppiche wurden durch Gummimatten ersetzt, die Sitze mit glattem statt perforiertem Kunstleder (!) bezogen, Ablagefächer in den Türen und Zigarettenanzünder fehlten und auch die Zeituhr und das Ölmanometer wurden weggelassen. Aussen wurde am Chrom gespart und das Modell GT/J war nur in vier leuchtenden Signalfarben lieferbar, die mit den Doppelstreifen auf der Flanke gut kontrastierten.

Das Interieur und Armaturenbrett des Opel GT/J von 1971 - aufgenommen am Autosalon in Genf 1971

Das Resultat war ein Preis von 12’900.- Franken, also 2’550 Franken (oder rund ein Sechstel) weniger als das weiterhin angebotene GT-Modell. Ob sich dieser Minderpreis wirklich mit den Vereinfachungen (dazu gehörte auch eine einfache Hupe statt Zweiklanghorn und eine fussbetriebene Scheibenwischanlage) wirklich gerechtfertigt werden konnte damals, kann in Frage gestellt werden. Schon damals war eben Marketing (und Pricing) wichtig. Gut für die Kunden, die ein fast gleich gutes Fahrzeug erheblich günstiger kaufen konnten.

Die Fahrleistungen blieben auf hohem Niveau, was 11.3 Sekunden für den Spurt von 0 bis 100 km/h und echte 190,5 km/h Spitze bedeutete.
Die AR widmete dem verjüngten GT in der Nummer 50/1971 einen Kurztest. Ihre Schlussfolgerung zeigt die Zufriedenheit der Tester: “In seiner preisgünstigen Version GT/J begeistert der erste Opel der «neuen Generation» vor allem jüngere Fahrer und Fahrerinnen. Er ist ein wirklicher Sportwagen, der mit einer exklusiven Linie, mit hervorragenden Fahrleistungen und mit sicheren Fahreigenschaften aufwartet, ohne aber durch hohe Anschaffungs- und Unterhaltskosten allzu grosse Löcher ins Portemonnaie zu reissen.”

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