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Wie sich Autotests über die Zeit verändert haben

Bruno von Rotz - 22.02.2011

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Mit der Geburt des Autos entwickelte sich auch die Medienberichterstattung um das Automobil. Findige Journalisten begannen, die Fahrleistungswerte der Hersteller zu überprüfen und kundenorientierte Vergleiche anzustellen. Irgendwann war dann der Fahrzeugtest erfunden. Diese Fahrzeugprüfungen wurden bald zum wichtigen Magazin- oder Zeitungselement und verschiedene Herausgeber überschlugen sich beinahe bezüglich Detailgrad und Messgenauigkeit. Es wurden Hilfsmittel entwickelt (z.B. das Peiseler-Rad), spezielle Kofferraum-Messmethoden erarbeitet und Testparcours eingerichtet, um eine noch bessere Vergleichbarkeit zu erreichen. Mit der Entwicklung und zunehmenden Reife des Automobils veränderten sich aber auch die Tests, dies zeigt folgender Vergleich eines Tests der AR aus dem Jahre 1956 (Citroën DS 19) mit einem zeitgenössischen Test der gleichen Zeitschrift:

Die AR-Tester beschrieben den Citroën DS 19 im Jahre 1956 mit rund 6’250 Worten oder 45’000 Buchstaben, respektive auf 13 A4-Seiten in 12-er-Schrift. Sie machten ausführliche Messungen zur Eruierung der Gewichtsverteilung bei unterschiedlichen Beladungszuständen, zur Eichung der Bordinstrumente, zur Bestimmung von Beschleunigungszeiten und zur Dokumentation der Elastizitätswerte in verschiedenen Gängen. Sie massen die Dauerbergsteigefähigkeit, die Maximalgeschwindigkeiten in den einzelnen Gängen, die Höchstgeschwindigkeit, den Wendekreis, die Bremsverzögerung und den Treibstoffverbrauch in unterschiedlichen Beladungs- und Belastungsszenarien. Sie erklärten Technik und Handhabung ausführlich. Bilder - schwarz-weiss - wurden rein illustrativ und dokumentarisch behandelt, nicht einmal die Fahrzeuge wurden vor den Aufnahmen gereinigt. Detailliert wurden Wartungshinweise (inklusive Schmierplan, verwendbare Ölsorten, einzuhaltende Elektrodenabstände, etc.) erklärt.

Um diese Testerfahrungen zu machen, fuhren die damaligen Tester 12’000 km weit mit einem Fahrzeug, manchmal sogar noch weiter. Kein Wunder war bei dieser Akribie nur 1 Test pro Ausgabe, manchmal sogar nur pro 2-3 Ausgaben möglich. 

In der Neuzeit sieht dies anders aus, da muss sich ein Tester auf 1.5 A4-Seiten beschränken, Platz für rund 900 Worte oder 5’500 Buchstaben (inklusive Leerschläge). Messungen wurden reduziert auf Werte für Beschleunigung, Bremsweg, Testverbrauch und Zähler-Eichung. Die zur Verfügung stehende Fahrstrecke beträgt einige hundert bis wenige Tausend km. Mehr läge auch gar nicht drin, müssen doch mit einem kleinen Team jede Woche 2-4 Tests und dazu noch etliche Fahrberichte bewältigt werden. Bei der Gestaltung stehen die Bilder - gross, farbig - im Zentrum. 

In einer Zeit, in der die Fahrzeugbedienung weitgehend standardisiert und Fahrzeugwartung professionalisiert und delegiert ist, sind Leser natürlich nicht mehr bereit, seitenweise Empfehlungen genau für diese Themen durchzuarbeiten. In modernen Tests interessieren die Erfahrungen mit Navigations- und Audio-Systemen mehr als Fahrdynamikvergleiche, sind Fahrzeuge heute doch so ähnlich zu einander geworden, dass die Unterschiede oftmals nicht mal mehr messbar geworden sind. Auch Fahrleistungsmessungen haben viel von ihrem Reiz verloren, die meisten Autos sind mehr als schnell genug und der Höchstgeschwindigkeit kommt bald nur noch akademische Bedeutung zu, lassen doch Verkehrssituationen und Regulierungen kaum deren Nutzung zu. Das war früher alles anders, entsprechend wichtig war es zu wissen, ob ein Auto 140 oder 160 km/h schnell war und ob ein Überholmanöver in 5 oder 25 Sekunden zu absolvieren war. Und das Schmieren der Achsen und die Kontrolle von Wasser-, Öl- und Bremsflüssigkeitsständen gehörte damals auch noch zu den Pflichten des Fahrzeugführers. 

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