60 Jahre Maserati Mistral
1964 begann die Produktion des Maserati Mistral, der zunächst schlicht "Due Posti" genannt wurde, was "Zwei Sitze" bedeutet. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums lud das von einem belgischen Maserati-Sammler gegründete Unternehmen Classiche Masters die Mistral-Besitzer zu einem Mistral-Treffen von 14. bis 16. Juni 2024 in Durbach im Schwarzwald ein.
Classiche Masters ist nicht nur als Verlag des 2020 erschienen Buchs über Maserati-Werkstätten (vgl. Buchbesprechung ) und des zweimal jährlich erscheinenden, englischsprachigen Maserati-Magazins "Alfieri" bekannt. Es führt auf seiner Website auch Chassis-Register der klassischen Maserati-Straßenmodelle, berät bei der Restaurierung, vermittelt Spezialisten und führt auch Veranstaltungen sowie Workshops durch, um die Gemeinschaft von Maserati-Enthusiasten und den Erhalt der zu fördern.
Angereist kamen eingefleischte Maserati-Enthusiasten mit sechs Mistral Spydern und zwei Coupés sowie zwei weitere Maseratis aus Belgien, Italien, Österreich, der Schweiz und sogar ein Ehepaar aus Australien, die sich mit ihrem in England stationierten Mistral Spyder nach einem ausgedehnten Frankreich-Roadtrip den Anlass nicht entgehen ließen. Am Samstagmorgen führte nach der Fahrereinweisung durch Chefredakteur und Organisator Pedro Cappelle die Strecke von Durbach auf malerischen Straßen zur Mittagpause auf dem Schlossberg in Freiburg. Das Roadbook stand nicht nur mit Chinesensymbolen, sondern wesentlich komfortabler auch als Naviroute fürs Smartphone zur Verfügung. Nach einem dreistündigen Mittagsmenü mit herrlichem Ausblick über Freiburg mit seinem gotischen Münster ging es im großen Bogen auf kurvenreichen Berg- und Talrouten über Triberg und Wolfach zurück nach Durbach.
Dort erwartete die Teilnehmer der nach mehreren Pannen inzwischen eingetroffene Adolfo Orsi, Enkel des gleichnamigen Maserati-Eigners, unter dessen Ägide der Mistral entstand. Er erläuterte in seinem Vortrag mit vielen historischen Bildern unter anderem, wie nach vier verworfenen Vorschlägen der Carrozzeria Touring und der Carrozzeria Vignale für einen 3500-GT-Nachfolger, der auf dem Turiner Salon 1963 mit dem "4 Porte" vorgestellte Frua-Prototyp "2 Posti" auf Grund der positiven Reaktion der Maserati-Kunden und der Presse ausgewählt wurde. Beide Fahrzeuge hatte Pietro Frua vom Design seines Maserati 5000 GT abgeleitet. In meinem einleitenden Vortrag zeigte ich die klassische Arbeitsweise Fruas, die vom 1:10-Entwurf, über die 1:1-Konstruktionszeichnung und ein Holzmodell schließlich zu den beiden handwerklich karossierten, fahrbereiten Prototypen für das Mistral-Coupé und den -Spyder führte.
Das rundum gelungene Wochenende endete nach weiteren Benzingesprächen beim Abendmenü und der Verteilung von Ersatzteillisten nach einem ausgiebigen Frühstück am Sonntagvormittag mit einem Gruppenfoto.

































