Die autofahrende Ente – 90 Jahre Donald Duck
Drei Jahre nach seinem ersten Aufritt am 9. Juni 1934 wurde Donald Duck zum Autofahrer. Natürlich könnten wir hier wieder zum Besten geben, wie der ewige Pechvogel zu seinem roten "313" gekommen ist, bei dem es sich laut Zeichner Carl Barks um einen "1934er Belchfire Runabout" handelt, der wiederum vage den 1938er American Bantam zum Vorbild hat. Aber das hat man alles irgendwann schon einmal gehört oder gelesen.
Widmen wir uns stattdessen lieber einem der seltenen Fälle, in denen mal keine Phantasiefabrikate, sondern "echte" Autos in Entenhausen anzutreffen sind. So wie in Marco Rotas Geschichte "Der Ritter der Strasse" von 2004, in der Donald im Gebrauchtwagenhandel seines Onkels arbeitet – und deren Wortwitz des Originaltitels "Knight Rider" in der deutschen Übersetzung etwas verloren geht.
Gleich die erste Tafel des zwölfseitigen Comics zeigt Citroën DS, Citroën 15-Six, Mercedes-Benz 300 SL sowie den späteren Hauptdarsteller der Geschichte: einen 1954er Cadillac Series 62 Sedan. Mit ihm soll Donald zu einem Kundentermin fahren. Unterwegs nimmt er zwei gesuchte Bankräuber mit, die sich als hilfsbedürftiges Mutter-Sohn-Gespann ausgeben – und sich am Ende der halsbrecherischen Fahrt hilfesuchend der Polizei in die Arme werfen.
Doch nicht nur die Ganoven leiden unter Donalds "ritterlichem" Fahrstil. Auch der Cadillac hat am Ende viel von seinem Glanz verloren, dafür aber grossflächig an Dellen gewonnen.
"Der Ritter der Strasse" war übrigens nicht die einzige autobezogene Geschichte im Micky-Maus-Magazin 45/2004. Ein paar Seiten später folgt "Autowahn", in dem Donald und Gustav sich mit immer teureren und protzigeren Schlitten zu übertrumpfen versuchen, um Daisy zu beeindrucken. Dort bleibt es allerdings bei den üblichen Phantasienamen wie "Lord Locus" oder "Haudi H4" – und Donald am Ende doch bei seinem treuen "313".
P.S. Viele der Comics mit Donald Duck können im Shop des deutschen Verlags Egmont noch gekauft werden.

































