Das besondere Montagsauto – Oder: irren ist prägefrisch
Fehlprägungen von Münzen erzielen in Sammlerkreisen teils absurd hohe Preise weit jenseits des Nominalwerts. Auf Autos hat sich dieses Kriterium allerdings noch nicht übertragen, obwohl doch heute zwecks Wertsteigerung beinahe krampfhaft nach jeder vermeintlichen Besonderheit gesucht wird. Was man bei einem Auto denn bitte "fehlprägen" kann? Mithin das Wichtigste: seine Identität.
Bei Ford wurde bis ins Modelljahr 1967 die Fahrgestellnummer noch mit einzelnen Stempeln ins Blech geschlagen. Konkret: in die Oberkante der linken Motorraum-Seitenwand. Da es am Fliessband für gewöhnlich schnell gehen musste und die Schichtarbeiter auch nur Menschen waren, fand die Buchstaben-Ziffern-Kombination nicht immer beim ersten Versuch fehlerfrei ins Blech.
Da wurden mal zwei Stellen der fortlaufenden Seriennummer vertauscht oder im Setzkasten eine "3" statt einer "8" gegriffen. Also hämmerte man flugs eine zweite Nummer ins Blech, setzte vor und hinter die falsche Nummer ein "V" für "void" ("ungültig") und der Fehler war behoben. Vier Versuche wie an diesem 1967er Ford Mustang sind deshalb höchstwahrscheinlich ein Rekord.
Nicht nur, dass ihm versehentlich der stärkste statt der schwächste V8 zugeschrieben wurde ("S" statt "C" an fünfter Stelle), auch die Seriennummer sass nicht beim ersten Versuch. Auch nicht beim zweiten. Beim dritten Versuch stimmte dann zwar alles, aber anscheinend war der Ford-Werker in San Jose mit der Lesbarkeit unzufrieden, weshalb er die VIN ein viertes Mal ins Blech klöppelte. Ob dem Prägepechvogel noch das Wochenende in den Knochen steckte? Der 30. Januar 1967, an dem das türkisfarbene Coupé gebaut wurde, war jedenfalls ein Montag.
Doch obgleich der Ford aus einem halben Jahrhundert Familienbesitz stammt, die Farbkombination relativ selten ist und einige Nutzer auf bringatrailer.com scherzten, sie würden den Mustang am liebsten alleine für das Fahrgestellnummernchaos kaufen, blieb die grosse Eskalation aus. Der Hammer fiel schliesslich bei ganz normalen 20'500 US-Dollar für einen ganz normalen Mustang – wenn auch einen mit einer kleinen Besonderheit.


























