Kofferkränzchen im Kaffeeraum
Wer eine grössere Limousine besitzt und auf Treffen schon einmal den Kofferraum geöffnet hat, kennt die Kommentare: "Da passen aber ein paar Leichen rein." oder "Das sind ja Mafia-taugliche Dimensionen.". Was der originelle Witzbold nicht weiss: Man kann im zweckentfremdeten Gepäckraum nicht nur totgeschossene Gangster, sondern auch äusserst lebendige junge Damen befördern. Zumindest schien uns das die Autowerbung der Fünfzigerjahre klarmachen zu wollen.
Besonders in Renault-Prospekten demonstrierten sommerlich-elegant gekleidete Mannequins mal ernst, mal fröhlich das Platzangebot im Achterdeck von Kombis und Limousinen. Wenn auch etwas realitätsfern, sind die farblich schön komponierten Fotografien zweifellos nett anzusehen. Nichts übertrifft jedoch die surreale Selbstverständlichkeit, mit der die Dame im Frégate-Kofferraum koffeinhaltige Heissgetränke zu sich nimmt – inklusive Untertasse, Kanne und Zuckerdose.
Es spielte übrigens keine Rolle, wo sich der Kofferraum im Auto befand, wie ein englisches Werbefoto für den NSU Prinz 4 zeigt. Allerdings taugt er hier, mit der aufgestellten Haube direkt vor der Windschutzscheibe, nicht einmal mehr als Schwiegermuttersitz.


























