Rettet Apple den Oldtimer?
Vermutlich hat die amerikanische Firma “Apple” mit alten Autos etwa ähnlich wenig am Hut wie mit, sagen wir, Bananen oder Pudeln. Apple ist allerdings dem Auto näher als mancher andere Elektronikanbieter, schliesslich wird seit Jahren vom Apple-Auto erzählt und Apple Car Play ist heute ja in jedem modernen Auto zu finden. Aber alte Autos dürften Apple kaum interessieren und natürlich wird Apple im engeren Sinne auch den Oldtimer nicht retten.
Man muss das ein wenig weiter denken, sozusagen konzeptionell. Was Apple mit dem iPhone geschafft hat, war, eine Hardware und ein Betriebssystem zur Verfügung zu stellen und damit die Basis für viele Anwendungen (Apps) zu bieten. Ein modernes Auto gleicht in vielen Belangen einem Computer, es verfügt über Bussysteme, Prozessoren und Sensoren/Displays. Es sind recht komplexe Maschinen, diese modernen Autos. Kein Wunder, ängstigen sich Besitzer moderner Autos, ob diese morgen oder übermorgen noch wartbar sind. Jetzt wäre es aber denkbar, dass das Betriebssystem des Autos offen wäre und nur die einzelnen Anwendungen, z.B. die Motorsteuerung, marken- oder typenspezifisch. Die technischen Komponenten könnten Standardteile sein und klare Spezifikationen aufweisen. Sollte nun ein Auto ins Alter kommen, wo der Hersteller kein Interesse mehr an einer Weiterentwicklung oder selbst am Unterhalt hat, könnten findige Techniker die Werks-Anwendungen (z.B. für die Motorsteuerung) ersetzen durch eine neue Lösung und damit das Auto lebensfähig halten. Das Betriebssystem könnte an neue Hardware-Komponenten (z.B. ein neuer LCD-Screen für das Armaturenbrett) angepasst werden. Es stellt sich nur die Frage, ob Autohersteller von selber in Zukunft bereit wären, sich gegenüber solchen Ansprüchen gegenüber offener zu zeigen oder ob sie von den Behörden und der Regulierung dazu “motiviert” werden müssen, z.B. im Rahmen der “Right to Repair” -Bewegung.
Langer Rede kurzer Sinne: Apple wird den Oldtimer nicht retten, aber Konzepte, wie sie von Apple eingeführt wurden, könnten durchaus dabei helfen, modernen Autos in Zukunft ein zweites und drittes Leben zu geben, wenn sie selber zu Oldtimern geworden sind.


























