Ein paar Gedanken zum Thema “Aufmerksamkeit am Steuer”
Dieser Satz aus einem Tages-Anzeiger-Artikel zur Verkehrsunfallstatistik von 2022 macht nachdenklich: “Als häufigste Ursache für einen Verkehrsunfall gelten nach wie vor mangelnde Aufmerksamkeit und Ablenkung, wie Verkehrspolizeichef Iseli sagte. Rund ein Viertel aller Unfälle sei darauf zurückzuführen, dass während der Fahrt etwa das Smartphone, das Radio oder das Navigationsgerät bedient, dass gegessen oder geraucht werde.”
Nicht zu hohe Geschwindigkeit oder Nichtbeherrschen des Fahrzeugs also sorgen für die grössten Unfallanteile, sondern Ablenkung. Dies dürfte nicht nur in der Agglomeration von Zürich so sein, sonder generell in unseren Breitengraden.
Wer ein modernes Auto lenkt, ist nicht überrascht. Schnell die Sitzheizung ausmachen bei einem Fiat 500e? Verlangt nach zwei Klicks auf dem berührungssensitiven LCD-Bildschirm in der Mitte. Dazu muss man ziemlich gut treffen und entsprechend genau hinschauen. Selbst für diese Trivialoperation wandert der Blick schnell mehrere Sekunden von der Strasse weg. Kein Einzelfall, immer mehr Tasten verschwinden.
Wie wohltuend ist da das Armaturenbrett eines Klassikers. Für jede Funktion gibt es da mindestens einen Kippschalter oder Zugriegel, meist blind ertastbar, wenn man das Auto kennt. Und sowieso ist die Funktionsvielfalt überschaubar, wenn man einmal fährt, gibt es kaum mehr etwas zu verstellen. Sowieso sind Klassikerpiloten vermutlich aufmerksamer unterwegs als der moderne funktionale Fahrer, denn im Zweifelsfall ist der Bremsweg länger und kein elektronischer Assistent verhindert ein Malheur.

























