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Verbrauchsarme Oldtimer

Bruno von Rotz
15.08.2013

VW Golf 1

In der Werbung der Autohersteller tauchen die Fortschritte im Verbrauch immer als gewichtige Argumente auf. Tatsächlich wird viel Gehirnschmalz und Engineering investiert, um aus jedem Liter Benzin (oder Diesel) möglichst viel Vortrieb herauszuholen. Alte Autos dagegen werden in der Volksmeinung oft als Treibstoffverschwender hingestellt. Verbrauchswunder passen nicht so richtig zur vergleichsweise primitiven Technik. Da ist es umso interessanter, in der Auto Bild Klassik nachzulesen, was alte Autos wirklich verbrauchen.

In zwei Heften (12/2012 und 8/2013) haben die Tester nämlich 30 Autos über einen 155 km langen Parcours gefahren, der 54 km Autobahn, 61 km Landstrasse und 40 km Stadtverkehr enhält. Auf der Autobahn wurden die alten Autos allerdings nicht mit Vollgas überfordert, sondern die Höchstgeschwindigkeit wurde auf rund 70% der möglichen Maximalgeschwindigkeit beschränkt. Die gesamte Fahrweise entspricht im Test in etwa also dem normalen Verhalten eines Oldtimer-/Youngtimer-Besitzers.

Als Verbrauchskönig landete der VW Golf Diesel an der Spitze der Tabelle. Mit 3,9 Liter Diesel auf 100 km produziert er gerade einmal 103 Gramm CO2, was auch für heutige Begriffe noch mustergültig ist, wenn man einmal von den vermutlich horrenden Feinstaubwerten absieht.

Fiat Nuova 500 (© Fiat Group)

Platz 2 geht an den Fiat Nuova 500 mit 4,8 Litern, Platz 3 an den Trabant 601 S de Luxe.

Trabant 601

Eine weitere Überraschung folgt auf Platz 4, da fährt nämlich der eingespritzte und alles andere als verschlafene VW Scirocco GLI der ersten Generation ein, der auf der Verbrauchsrunde nur 6,2 Liter benötigte.

VW Scirocco GLI I

Es folgen DKW F102 (6,4 Liter), Mercedes Benz 190 (Baby Benz, 6,7 Liter), BMW 325e Baur TC (7,9 Liter) und dann der erste Turbo in Form des Saab 900 S Cabriolet (8,0 Liter).

Porsche 911 SC

Auch ein Porsche 911 der G-Modell-Generation (geprüft wurde ein Carrera 3.2 von 1983) darf mit 8,6 Litern als sparsam bezeichnet werden, genauso wie ein MG B GT mit 8,2 Litern.

Auf den hinteren Plätzen findet man dann die Hubraumriesen wie etwa ein Lincoln Continental Mk III mit 17,3 Litern oder ein Oldsmobile 98 Convertible mit 23,5 Litern.

Der viel gescholtene Wankel schneidet wie erwartet mittelprächtig ab, der NSU Ro 80 benötigt 11 Liter für 100 km, ein Ferrari 412 begnügt sich mit überraschend humanen 15,0 Litern.

Und die Göttin? Der vierzigjährige Citroën DS 20 genehmigt sich 8,8 Liter pro 100 km, auch dies weiss Gott wenig.

Fazit: Die alten Autos brauchen weniger Benzin als erwartet, vor allem wenn sie schonend bewegt werden. Voraussetzung dafür ist aber eine gut gewartete Technik. Die Gründe für die teilweise mustergültige Sparsamkeit liegen vorab im tiefen Gewicht und in der leistungsarmen Auslegung der alten Autos, während die Aerodynamik wohl weniger eine Rolle spielt.

Interessant wäre natürlich gewesen, auch noch ältere Autos einzubeziehen, etwa ein Cyclecar oder ein Vorkriegs-MG. Auch auf das Abschneiden eines Tatra oder eines Renault R4 wäre ich gespannt gewesen. Aber das machen die Kollegen von Auto Bild Klassik vielleicht im dritten Teil?

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