Vorgestellt wurde der Porsche 924 Ende 1975, gebaut wurde er ab 1976. Und damit war der Grundstein für zwei Jahrzehnte Transaxle-Sportwagen bei Porsche gelegt.
Zur Erinnerung sei hier zitiert, was die Automobil Revue anlässlich der Vorstellung im November 1975 schrieb:
“Im Jubiläumsjahr des 100. Geburtstages von Ferdinand Porsche wird in der Hochburg des Heckmotors und der Luftkühlung ein bedeutender Markstein gesetzt: Mit dem Erscheinen des neuen Porsche 924 bekennt sich die Zuffenhausener Sportwagenschmiede seit ihrer Gründung im Jahre 1948 nicht nur zur Wasserkühlung, sondern auch zum Frontmotorkonzept. Ein weiteres Charakteristikum des neuen 924 besteht in der bisher nur von wenigen Firmen (z. B. Lancia, Pontiac, Ferrari, Alfa Romeo) angewendeten «Transaxle»-Bauart mit vorn eingebautem Antriebsaggregat und im Heck plazierter, mit dem Differential verblockten Kraftübertragung.”
Auf den 924 folgte bekanntlich 1977 der avantgardistische 928.
Es war nicht nur die technische Architektur mit wassergekühltem Motor vorne, Getriebe und Antriebsachse hinten, welche beiden Baureihen gemeinsam war, sondern auch die komplette Abkehr vom 911.
Designmässig waren die beiden Frontmotormodelle ein grosser Schritt in die Zukunft und gleichzeitig auch ein Zeichen dafür, dass man bei Porsche mehr konnte, als neue Varianten des 911-Themas zu kreieren.
Eigentlich war ja gedacht, dass die Transaxle-Baureihen den 911 ablösen würden, aber die Kunden sahen das anders. Während der 911 bis heute überlebt hat, verschwand die Transaxle-Bauweise 1995.
Im Jahr 2026 feiert Porsche nun diese Transaxle-Epoche mit einem Jubiläum. Pressevertreter durften wieder einmal verschiedene Varianten der Baureihen 924/944/968 und 928 fahren. Ich selber war beim “Schweizer Tag” dabei und versüsste mir den Anlass zusätzlich mit Hin- und Rückreise im modernen Boxster. Rund 200 km durfte ich mit den vier bereitgestellten und mit eFuel betankten Autos (ein sehr früher froschgrüner Porsche 924 von 1976, ein früher roter Porsche 944, ein speedgelber Porsche 968 CS von 1994 und ein blauer Porsche 928 GTS von 1991) zurücklegen.
Es war dies nicht nur eine Reise 50 Jahre in die Vergangenheit, sondern auch die Möglichkeit, Autos aus verschiedenen Epochen zu vergleichen. So fühlt sich ein 968 schon ziemlich anders an als der frühe 924. Während man beim 924 nie den Eindruck hat, mit einem wirklich modernen Auto zu fahren, liegt der 968 deutlich näher am heutigen Boxster. Schaltwege wie im Porsche 924 würden heute kaum mehr akzeptiert werden, ein Vierganggetriebe sowieso nicht. Der 968 CS aber verfügte bereits über eine Sechsgangbox und Servolenkung.
Was aber erstaunte, war, wie gut der 924 mit nur 125 PS im Pulk der vier Autos mithalten konnte. Obwohl leistungsmässig nur gut ein Drittel der PS des 928 GTS vorhanden waren, liess sich der 924 kaum abschütteln auf den kurvigen Strassen rund um Stuttgart. Ein niedriges Gewicht macht eben manches Leistungsmanko wett, zumindest im öffentlichen Strassenverkehr.
Wenn man zurückblickt, stellt sich die Frage, was geschehen wäre, hätte Porsche den 911 wirklich auslaufen lassen und dafür auf die Transaxle-Baureihen gesetzt. Die Porschewelt jedenfalls sähe heute anders aus. Und statt 400'000 wären wohl bis heute deutlich mehr Transaxle-Modelle entstanden.
P.S.: Mein Dank geht an Porsche Schweiz und die Leute des Porsche-Museums in Stuttgart, die einen unvergesslichen Tag ermöglichten.
P.S.2: Natürlich werden wir zu einzelnen dieser Modelle in den kommenden Tagen und Wochen ausführliche Fahrberichte publizieren. Wer darauf nicht warten will, findet auf der Markenseite schon jetzt viele Beiträge zu den Transaxle-Modellen von Porsche.