Im Land der vier "A"
Ich bin mir sicher, medizinisch existiert er nicht, doch es gibt ihn, den Befund: "hoffnungsloser Autonarr". Nun, ihn zu erklären brauche ich hier ganz bestimmt nicht. Er manifestiert sich beispielsweise durch das unbändige Verlangen, sich an den entlegensten Orten und zu den ungünstigsten Zeiten mit Autos zu beschäftigen – in den Ferien und unterwegs mit der Familie.
Von einem Club mit den vier A haben Sie vermutlich ebenso wenig gehört wie ich. Sein offizieller Name lautet "Association Antillaise de l'Automobile Ancienne" – der Club für historische Automobile der Antillen, kurz "Les 4A" oder "4A Guadeloupe" genannt. Gegründet wurde er im November 1993 von einer Gruppe oldtimerbegeisterter Freunde auf der Insel Guadeloupe, offiziell eingetragen am 4. Februar 1994 – also vor bald 33 Jahren. Das französische Überseedepartement ist sehr stark vom Mutterland geprägt, und so präsentiert sich auch der Fuhrpark entsprechend französisch, wie beispielsweise die Auswahl der Mietwagen schon gezeigt hat: Citroën, Peugeot oder Renault standen zur Auswahl. Beim 4A Gouadelupe sieht dies etwas anders aus – ein bunter Mix quer durch die Automobilwelt.
Wirklich viele Oldtimer gibt es allerdings auf den Strassen nicht zu sehen, der Altersdurchschnitt der Automobile ist sehr jung. Aber eben, es gibt die 4A. Diese organisiert monatliche Ausfahrten sowie ihre Flaggschiff-Veranstaltung, die Rallye "Tour Auto Rétro", die erstmals 1994 stattfand und seit ihrer Wiederbelebung 1998 etwa alle zwei Jahre rund fünf Clubs aus Guadeloupe und Martinique zusammenbringt. Dazu kommen Ausflüge über die Departementsgrenzen hinaus, etwa nach Martinique oder Dominica. Zudem gibt es ein Privatmuseum, das den Mitgliedern als Treffpunkt dient, die Bar-Musée Auto Moto de Saint-Claude. Das heisst, ich brauche nun etwas Geschick und gute Argumente, damit wir es dorthin schaffen. Leider habe ich noch keinen Termin gefunden, der in meine Ferienzeit fällt, aber wer weiss, vielleicht weiss man das im besagten Museum genauer. Ja, Inselstimmung ist schön, aber so ganz ohne Klassiker – da fehlt mir etwas!

































