Verschwundene Marken
Geschichte ist wichtig, besonders für Oldtimer-Liebhaber. Ausgerechnet durch die Vergangenheit wird die Marke erst lebendig. Ein Verlust an gelebter Geschichte trifft deshalb immer alle Marken-Enthusiasten. So wie das jüngste Beispiel aus Neckarsulm: Das „Deutsche Motorradmuseum“, das vorher „Deutsches Zweirad- und NSU-Museum“ hiess. Die Marke NSU ist im Namen verschwunden, selbst wenn sie im Museum noch präsent ist. Ein Verlust an sichtbarer Geschichte. Der NSU/Wankel-Spider-Club protestiert.
Ein Schicksal, das nolens-volens viele untergegangene Marken teilen. Und wir reden hier nicht von den finanziellen Abgründen wie der Weltwirtschaftskrise, in denen manche Fahrzeugmarke verschwunden ist. Man schaue nur in die jüngere Vergangenheit. Rover? Saab? Oldsmobile? Oft sind es hundertjährige Geschichten gewesen, die auf einmal zu Ende gehen. Mit Glück gibt es noch ein Museum oder einen Club, der die verschwundenen Marken vor dem Vergessen rettet und repräsentiert. Sie sichtbar und lebendig hält.
NSU hat also vergleichsweise Glück, das mit Audi noch die Konzernmutter lebt und gelegentlich an NSU erinnert. Genauso wie die anderen legendären Marken der Auto Union, DKW, Wanderer und Horch. Dass es dazu nicht jeden Tag eine Ausstellung oder Pressemitteilung geben kann, versteht sich von selbst. Wenn Geschichte nicht hinter staubigen Archiv- und Museumstüren stattfinden soll, muss die Oldtimer-Szene selbst für Sichtbarkeit sorgen. Auf Messen, Treffen, Concours, Ausfahrten und Ausstellungen. Nur wenn jeder Klassik-Fahrer respektive Klassik-Fahrerin seine Marke zeigt, hält sie das lebendig. Und bewahrt sie vor der endgültigen Unsichtbarkeit.


























