Widersprechen sich mobiles Kulturgut und Tuning am Oldtimer?
Einst Gebrauchsgegenstände wurden Automobile zu Oldtimern und zu Kulturgütern. Damit wurde Originalität und Zustand wichtiger, während der Gebrauchswert sank. Aber nicht jeder will einen alten Wagen so wie er damals fuhr. Auch Oldtimer werden veredelt und “getunt”. Ob breite Räder, Recaro-Sitze, ein Sportlenkrad, Spoilerkits oder modernisierte Stereoanlagen. Gemacht wird, was gefällt.
Aber, stehen modernisierte Oldtimer im Widerspruch zum mobilen Kulturgut? Muss der alte Wagen aufhören zu “leben”, wenn er ins Klassikeralter kommt? Sind Tuning-Massnahmen, die man zur aktiven Zeit des Autos hätte wählen können, okay, aber Eingriffe, die erst später möglich wurden, tabu?
Es gibt viele Ansichten zu diesem Thema, aber eine wichtige Frage ist wohl, in welchem Zustand ein Auto zu dem Zeitpunkt ist, an dem man sich entscheidet, es ohne Rücksicht auf Originalität zu verändern. Bei einen zig-fach produzierten und heruntergerittenen Youngtimer machen Modifikationen vermutlich mehr Sinn, wenn damit wenigstens der Wagen gerettet wird, als bei einem supergepflegten Ersthandauto, dessen Sitzbezüge noch wie bei einem Neuwagen aussehen.
Wie immer braucht es auch hier Augenmass. Aber wenn junge Leute an einem veredelten Youngtimer Freude haben, dann sorgt dies doch zumindest für Nachwuchs für die Szene. Und für ein zweites Leben des Autos.
Sowieso muss man sich fragen, wie das denn in 30 Jahren aussehen wird. Ein Volvo 740, der im Jahr 2020 bearbeitet und für ein zweites Leben bereitgemacht wurde, ist dann ja bereits über 60 Jahre alt und auch die Tuning-Massnahmen bereits über 30 Jahre alt. Damit sind auch diese wieder zu einem Teil des Kulturguts geworden, nicht wahr?

































