Voll auf Draht – zeitgenössisches Tuning abseits des Üblichen
Da es im Kommentarbereich unter dem jüngsten Blog zum Thema "Tuning am Oldtimer" erstaunlich ruhig geblieben ist, möchte ich noch ein bisschen Lachgas ins Feuer einspritzen und voller Überzeugung ausrufen: Mehr Mut zum Tuning! Damit meine ich freilich nicht, dass wir uns jetzt alle übergrosse Chromfelgen und überbreite Bodykits mässiger Passgenauigkeit ans alte Blech basteln sollten. Viel mehr möchte ich dazu anregen, einmal über das Felgenhorn der gängigen Modifikationen hinauszublicken.
Ein Sportauspuff am Triumph TR6 und breitere Räder am BMW 02 sind heute quasi obligatorisch. Es spricht auch nichts dagegen, schliesslich hat man derartige Änderungen schon vor 50 Jahren vorgenommen und ich würde es auch tun, wenn ich einen dieser beiden Klassiker besässe. Nur scheint diese Fokussierung auf Traditionen manchmal ein wenig die Kreativität zu beschränken. Denn mit anderen zeitgenössischen Mitteln kann man noch so viel mehr anstellen, wenn man sich nur traut.
Warum nicht mal drei Weber-Doppelvergaser an einen Sechszylinder-Mustang hängen statt den üblichen Austausch-V8 zu installieren? Oder Dunlop-Drahtspeichenräder auf einen frühen Porsche 911 montieren anstelle der allgegenwärtigen "Fuchsfelgen" wie auf unserer Fotomontage? Natürlich wird es dann fast zwangsläufig passieren, dass man sich auf dem nächsten Treffen ziemlich viele blöde Fragen oder dumme Sprüche anhören muss. Doch jede gute Idee hatte irgendwann einen Vorreiter, der einfach unbeirrt sein Ding gemacht hat.
Vor 30 Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, ein hölzernes Nardi ND 360 W in seinen Mercedes-Benz 300 TE zu schrauben. Heute hat es jeder zweite W124-Tuner in seiner Luftfahrwerkkiste...


























