Kaskadéri – Teufelsfahrer in der Tschechoslowakei
Wer glaubt, in der planwirtschaftlich beschränkten Sowjetunion sei autokulturell nicht viel los gewesen, der irrt gewaltig. Nicht nur im Motorsport, sondern auch in der gänzlich wettbewerbsfreien Unterhaltung mit Automobilen wurde einiges geboten. So waren um 1980 rund 70 nebenberufliche "Teufelsfahrer" ("Kaskadéri") in der Tschechoslowakei aktiv, die sich auf fünf Vorführungstruppen verteilten.
Drei von ihnen bereisten mit ihrem Zirkus die Welt, wobei es sie sogar bis nach Japan verschlug. Die anderen beiden unterhielten das einheimische Publikum, etwa in Prešov. Dort entstanden die hier gezeigten Fotos der Truppe von Václav Šroub, der – wenn er nicht gerade tollkühne Fahrmanöver vollführte – historische Denkmäler restaurierte. Natürlich durften gelegentlich auch Filmproduzenten von seinem halsbrecherischen Fahrtalent profitieren.
Nach Šroubs Auffassung kann ein Auto nicht nur bei Vollgas Spass machen. Deshalb liegt der Fokus bei den Vorführungen seiner Teufelsfahrertruppe nicht auf der spektakulären Zerstörung der Fahrzeuge, sondern auf deren präzise Beherrschung in Extremsituationen. Trotzdem kann man sich fragen, wie lange Škoda 105 und Ford Anglia diesen Belastungstest wohl mitgemacht haben.


























