Der grosse Durchblick ... ist vorbei
Was haben wir als Kinder sie geliebt, diese Technikbilder, die manchmal als Faltposter in einem Auto-Heft lagen. Und die wir begeistert an die Wand gehängt haben, wenn man sein Traumauto so geniessen konnte. Röntgen- oder Durchsichtbilder haben wir sie auch genannt, weil sie das Innenleben offenbarten. Die Profis heute nennen sie Cutouts.
Es gab die technikrealistischen und die eher grafischen, bei denen von der Seite die Proportionen deutlich wurden. Oder der Hersteller die günstige Raumaufteilung verdeutlichen wollte. Doch sie sind selten geworden. Gefühlt wurden schon seit 2000 nicht mehr solche Bilder gezeigt, während in den 1960ern und 1970ern, das die grosse Kunst der Grafiker gewesen sein muss.
Verglichen mit modernen Grafikprogrammen, in denen hunderte Ebenen in unglaublicher Tiefenschärfe übereinander liegen, waren es damals grobe Bilder. Trotzdem war es magisch, diese Details alle erkennen zu können. Man konnte erstmals sehen, was sonst unterm Blech unsichtbar war.
Motor, Auspuff, Lenksäule, Träger – quasi bis zur Schraube runter wurde alles offenbar. Das liess nicht nur staunen, sondern man konnte sich hineinvertiefen und hatte so manchen aha-Effekt – mit dem man auf dem Pausenhof angeben konnte. Vorbei, bis auf wenige Experten wie Günter Schranz macht sich niemand mehr die Mühe, so etws zu erstellen. Aber vielleicht gibt es auch keine Nachfrage mehr, weil Batterie-SUV einfach nicht mehr sexy sind. Vielleicht hängen aber Kinder von heute einfach keine Autobilder mehr auf.
P.S. Wir haben diesen "Röntgenbildern" eine ganze Bildersammlung gewidmet, die viele längst vergessene Autos im Detail zeigt ...

































