Lieber Strassenstahl als Garagengold
Seit einigen Wochen liegt hier so ein Heft auf dem Redaktionsflur, dessen Schlagzeile mich bei jedem Gang zur Kaffeemaschine anspringt: "Diese Oldtimer sind besser als Aktien". Klassiker, deren Wert über einen definierten Zeitraum um ein Vielfaches zugenommen hat und ganz sicher noch viel weiter steigen wird, weswegen man sie jetzt kaufen sollte. Mal ganz abgesehen davon, dass diese "Logik" auf dem verbreiteten Irrtum beruht, aus der Vergangenheit die Zukunft herauslesen zu wollen, frage ich mich jedesmal: Wer will das?
Ich jedenfalls nicht. Das Schlimmste, was mir in automobiler Hinsicht passieren könnte, wäre, dass ein Triumph TR4A plötzlich Millionen wert ist. Nicht nur, dass dadurch Ersatzteile und Versicherung für einen armen Schreiberling unerschwinglich würden. Vor allem müsste ich mit der ständigen Angst leben, dass er sofort gestohlen wird, wenn er 'mal zwei Stunden unbeaufsichtigt in der Öffentlichkeit steht. Das wäre nicht nur finanziell, sondern vor allem ideell ein unersetzlicher Verlust nach fast 50 Jahren "Familienmitgliedschaft".
Deshalb sind mir das ganze Gerede über Wertzuwachs, das heimliche Sehnen danach und erst recht das Spekulieren darauf ziemlich fremd, in letztem Falle sogar äussert zuwider. Irgendwie fügt das dem Hobby so eine zwanghafte Komponente hinzu, die Hobbys meiner Meinung nach grundsätzlich nicht haben sollten. Zum Glück besitze ich nur Autos, bei denen eine spontane Werteskalation nahezu ausgeschlossen ist. Trotzdem sind sie alle für mich besser als Aktien. Mit Aktien kann ich nicht fahren.
P.S. Wer trotzdem wissen will, wie sich der Wert seines Klassikers entwickelt, kann in unseren Classic-Data-Fahrzeugbewertungen nachsehen.

































