Giuseppe wer?
Nissan VR38DETT, Ford Essex und natürlich der "Busso" von Alfa Romeo – die Liste der klangstärksten doppelläufigen Sechszylinder wird in der Regel von denselben paar Konstruktionen angeführt. Wobei einer meist nicht einmal unter "ferner liefen" genannt wird: der "Ellesmere-V6" – jene nach ihrem englischen Produktionsstandort benannte Sparmassnahme, die ab 1994 bei Opel die alten CIH-Reihensechszylinder ablösen sollte und bei der die Laufkultur der Möglichkeit zum Quereinbau geopfert worden ist.
Und tatsächlich läuft das kompakte Kraftpaket mit dem einmaligen 54-Grad-Bankwinkel längst nicht so geschmeidig wie ein Reihenmotor. Auch mit der sprichwörtlichen Zuverlässigkeit aus Rüsselsheim war es schlagartig vorbei. Doch bekam man dafür in Vectra, Omega und Calibra den italienischsten Motor, den Opel je gebaut hat. Wobei sich das weniger auf die Kilometerleistung zwischen zwei Werkstattaufenthalten bezieht, sondern viel mehr auf die vier obenliegenden Nockenwellen – und die Akustik!
Von einem Ansaug- und drei Auspuffschalldämpfern geknebelt, lässt sich nur schwer erahnen, wozu der Anglo-Hesse tatsächlich imstande ist, wenn man ihn frei atmen lässt. Im Leerlauf nur etwas lauter brabbelnd als üblich, steigert sich die Klangkulisse bei Halbgas dann in Arese-ähnliche Zustände, um bei voller Leistungsabfrage in ein rennwagenmässiges Gebrüll zu eskalieren, das ungefähr in der Mitte zwischen Ferrari 156 und BMW M4 GT3 liegt. Wobei sich jedesmal die Stimmlage leicht verändert, wenn das Saugrohr umschaltet.
Diese Mischung aus vollendeter Euphonie bei simpler Erfüllung der Konstruktionsvorgaben hätte Giuseppe Busso auch nicht besser hinbekommen. Sollte also irgendwann einmal der Vorrat an italienischen Antrieben für Alfa-Romeo-Implantationen aufgebraucht sein – es gäbe da noch eine adäquate deutsche Alternative.

























