Als die Welt noch so herrlich analog war
Am 19. August 1973 fand auf dem Österreichring der Grand Prix von Österreich statt. Wie es damals üblich war, druckten die Veranstalter ein umfangreiches Programmheft, das sich über 50 Jahre später als hochinteressantes Zeitdokument entpuppt.
Was uns besonders aufgefallen ist: In der Mitte des Hefts gibt es eine Rundentabelle zum Ausfüllen. Auf der Doppelseite konnte der Rennbesucher nicht nur die Fahrer und Startnummern notieren, sondern die Startreihenfolge verewigen und auch die ganzen Positionierungen im Rennen pro Fahrer für jede einzelne der 54 Runden. Ob die Zeit damals gereicht hat, dass alles fein säuberlich zu dokumentieren, bleibe dahingestellt.
Auf jeden Fall war man ziemlich beschäftigt, hatte aber auch eine gute Übersicht. Alles komplett analog.
Heute zieht man sein Handy aus dem Sack und hat direkten Zugriff auf die Zeitmessung und Ergebnisse, sieht vermutlich sogar noch Überholmanöver am anderen Ende der Strecke im Videofeed. Alles digital, aber irgendwie doch weniger involvierend!
Aufgefallen sind uns auch noch einige andere Dinge, so etwa die Werbungen, z.B. für Zigaretten, Mercedes-Benz, das Bosch Racing Team Vienna, Zweirad-Männerträume, Dinitrol (die Formel 1 für perfekten Rostschutz) oder Hella-Weit- und Breitstrahler.
Und ja, weil es doch etwas kurios anmutet, wunderten wir uns über das Aufmacherbild auf der Titelseite des Programms, das zwar Emerson Fittipaldi, aber nicht im Lotus Formel 1, sondern im heute fast vergessenen Lotus der Formel 2 (Typ 74) zeigte.


























