Ich fahre nicht gern Pässe
Für viele Freunde des sportlichen Fahrens bedeutet eine möglichst lange Aneinanderreihung von Serpentinen das höchste asphaltierte Glück. Hier können Mensch und Maschine endlich zeigen, was sie können. Aber können sie das? Meiner Meinung ist es nur eine Belastungsprobe für Motor und Bremsen – bergauf für das eine, bergab für das andere. Deshalb kann ich dem binären Vollgas–Vollstopp zwischen zwei Haarnadelkurven nur wenig abgewinnen.
Nicht, dass ich es nicht hinkriegen würde. Immerhin ist es schon vorgekommen, dass ich im Auto auf Motorräder aufgelaufen bin. Trotzdem: Ich lege es lieber darauf an, dass die Amplitude zwischen positiver und negativer Beschleunigung möglichst gering ist. Oder etwas verständlicher ausgedrückt: Ich nehme lieber möglichst viel Schwung mit durch die Kurve, als ihn jedesmal davor absichtlich ab- und danach wieder aufzubauen.
Mittelschnelle Biegungen im dritten oder vierten Gang sind doch viel eindrucksvoller als Kurven, die nach kaum einer Sekunde schon wieder vorüber sind. Der ständige Wechsel von kleinen Kuppen und Senken, bei denen das Auto kurz leicht und danach ganz schwer wird, ist doch viel aufregender als stetiges Bergsteigen. Sollen die anderen also ruhig in die Alpen oder die Vogesen fahren. Dann sind im Tal dazwischen die Strassen frei für mich.


























