Verdauungsstörungen für die Akustik – Warum blubbert ein V8?
Der "blubbernde V8" ist im Automobiljargon mittlerweile eine ebenso feststehende Phrase wie der "beinharte Roadster" oder der "urige Geländewagen". Doch warum macht er das überhaupt?
Das Geheimnis liegt in der Kombination aus Zündfolge und Abgasführung. Bei vielen V8-Motoren vom Ford-Flathead bis zum Chevy-Small-Block zünden die Zylinderbänke – bedingt durch die 90-Grad-Kurbelwelle, die einen besseren Massenausgleich ermöglicht als eine mit 180 Grad Hubzapfenversatz – nicht immer abwechselnd, sondern pro Zyklus auch je einmal direkt hintereinander.
Dadurch bleibt den Abgasen jedoch nicht genug Zeit, vollständig aus dem Krümmer abzuziehen, bevor der nächste Zylinder der Bank zündet, sodass der Motor nicht richtig "ausatmen" kann und sich immer etwas "verschluckt". Weil das aber nur bei jeder dritten Zündung passiert (und dann auch nicht immer im exakt gleichen Ausmass), entsteht das charakteristische Auspuffgeräusch.
Bei Autos mit zwei Abgassträngen lässt sich dieses leistungsraubende Problem durch ein Querrohr ("H-Pipe") oder eine Kreuzung ("X-Pipe") kurz hinter dem Krümmer lösen, sodass die eine Seite der anderen beim Ausatmen hilft. Dadurch verändert sich das Klangbild allerdings vom leicht unregelmässigen "Blubbern" zu einem recht gleichmässigen "Bollern", wie wir es heute etwa von AMG kennen.
Bei allen anderen V-Motoren von sechs bis 16 Zylindern wechseln sich die Bänke in schöner Regelmässigkeit ab, sodass nur dem V8 das Charakteristikum der einseitigen Doppelzündung bleibt – aber auch nicht immer. Wenn Leistung über Laufruhe geht und eine 180-Grad-Kurbelwelle verwendet wird, dann zündet auch ein V8 immer abwechselnd. Womit er im Prinzip aus zwei leicht asynchron laufenden Vierzylindern besteht – und auch so klingt.

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